Kniechirurgie

Behandlungsschwerpunkte

Aufgrund der einzigartigen Konstruktion und Arbeitsweise meistert das Kniegelenk enorme Belastungen. Dadurch ist es jedoch auch besonders anfällig. Chefarzt Dr. med. Enno Steinheisser und sein Team behandeln alle verschleiß- und verletzungsbedingten Erkrankungen im Kniegelenk.

Endoprothetischer Gelenkersatz und Prothesenwechsel

Wenn der Verschleiß im Kniegelenk weit fortgeschritten ist und medikamentöse sowie physiotherapeutische Behandlungsmaßnahmen bereits ausgeschöpft sind, kann ein künstlicher Gelenkersatz sinnvoll sein.

Der Kniegelenkersatz, inklusive anspruchsvoller Endoprothesenwechsel bei Prothesenlockerung, -bruch, -instabilität und -infektion stellt einen Schwerpunkt unseres EndoProthetikZentrums dar. Jährlich versorgen unsere erfahrenen Operateure rund 400 Patienten mit modernsten Prothesenlösungen.

Wir legen besonderen Wert auf eine individuelle Beratung, bei der Sie auch den Operateur persönlich kennen lernen. Zu unseren strengen Qualitätsvorgaben zählt zudem, dass jeder einzelne Fall mehrfach im gesamten Team besprochen wird.

Knorpelschäden (Arthrose, Verletzungen)

Bei einem gesunden Kniegelenk sind die Enden des Oberschenkelknochens und des Schienbeins mit einer schützenden Gelenkknorpelschicht bedeckt. Neben dem natürlichen Alterungsprozess können auch Übergewicht, angeborene oder erworbene Haltungsschäden (z.B. X- oder O-Beine), Durchblutungsstörungen von Knochen sowie Verletzungen zur Schädigung des Gelenkknorpels führen.

Treten mit zunehmendem Ausmaß der Knorpelschäden auch Veränderungen der knöchernen Tragflächen des Gelenkes auf, spricht man von Arthrose. Schmerzen bis hin zu massiven Bewegungseinschränkungen sind häufig die Folge.

Während oberflächliche Knorpelschäden in der Regel arthroskopisch behandelt werden können, ist bei fortgeschrittenem Verschleiß häufig ein Gelenkersatz erforderlich, um die Mobilität und Lebensqualität des Patienten wieder herzustellen.

Meniskusverletzungen

Als Meniskus werden zwei faserige Knorpel (Außen- und Innenmeniskus) im Kniegelenk bezeichnet, die sich wie ein Keil zwischen den Gelenkflächen von Oberschenkel- und Schienbeinknochen befinden. Dort übernehmen sie Puffer- und Stabilisierungsfunktionen.

Meniskusläsionen können zum einen unfallbedingt sein (z.B. durch Abscherung bei einem Verdrehen des Kniegelenks), zum anderen zeigen sich bei älteren Patienten häufig verschleißbedingte Meniskusrisse. Zu den häufigsten Meniskusschäden zählt die Meniskusruptur (Meniskusriss). Dabei ist der Innenmeniskus häufiger betroffen als der Außenmeniskus. Je nach Verlaufsrichtung wird zwischen Schrägrissen, Längsrissen oder Radiärrissen unterschieden.

Die Behandlung von ausgedehnten Meniskusschäden ist zu empfehlen, da ein eingerissener Meniskus zu einer frühzeitigen Zerstörung des Gelenkknorpels und hieraus resultierend zu einer Arthrose des Kniegelenkes führt. Ob der Meniskus genäht werden kann oder ob das gerissene Areal entfernt werden muss, hängt von der Art, dem Ort und der Durchblutung des Risses ab.

Die Meniskuschirurgie ist eine klassische Anwendung der Kniegelenk-Arthroskopie (Schlüssellochtechnik).

Kreuzbandverletzungen

Die Kreuzbänder (ein vorderes und ein hinteres) stabilisieren das Kniegelenk und verhindern das Weggleiten des Unterschenkels gegenüber dem Oberschenkelknochen. Reißt das Kreuzband, wird das Knie instabil (Wackelknie), was mitunter schon beim normalen Gehen unnormale Verschiebebewegungen und Beschwerden verursachen kann. Auf Dauer können weitere wichtige Strukturen des Kniegelenks geschädigt werden und ein vermehrter Verschleiß zu Arthrose führen. Das vordere Kreuzband ist am häufigsten von Verletzungen betroffen.

Kann durch eine konservative Therapie keine ausreichende Stabilität mehr hergestellt werden bzw. liegt ein hoher sportlicher Anspruch vor, sollte ein Ersatz des vorderen Kreuzbandes erfolgen. Für diese so genannte Kreuzbandplastik wird eine körpereigene Sehne aus dem Bein entnommen und als Transplantat im Kniegelenk verankert. Da der Eingriff arthroskopisch erfolgt, können mögliche Begleitverletzungen des Knorpels, der Menisken oder weiterer Strukturen direkt mitbehandelt werden.

Patellalateralisation, Patellaluxation

Die Kniescheibe wird aufgrund ihrer Form und durch einen eigenen inneren und äußeren Bandapparat in der Mitte des Knies in der so genannten Gleitrinne gehalten. Eine ausgeglichene, gut trainierte Oberschenkelmuskulatur sowie die Beinachse spielen ebenfalls eine Rolle für die Stabilität. Ist dieses komplexe Haltesystem anlagebedingt oder erworben gestört, kann es zu einer seitlichen Verschiebung (Lateralisation) oder gar zu einer Ausrenkung (Luxation) der Kniescheibe kommen.

Springt die Kniescheibe gewaltsam aus ihrer vorgesehen Gleitbahn heraus, spricht man von einer Verrenkung (Luxation). Meist springt die verrenkte Kniescheibe von selbst wieder in ihre Gleitbahn, wenn das Knie gestreckt wird. Allerdings kommt es häufig zu Verletzungen an Bändern, Knorpel und Knochen und damit zu weiterer Instabilität. Jede neuerliche Ausrenkung der Kniescheibe kann dann weitere Schäden im Kniegelenk verursachen, bis hin zu einer Arthrose.

Sofern Risikofaktoren für eine erneute Luxation sowie Mehrfach-Luxationen bestehen, ist eine Operation erforderlich, um die Kniescheibe wieder zu zentrieren und zu stabilisieren. Hierbei kommen unterschiedliche Methoden in Betracht. Grundsätzlich wird der Eingriff arthroskopisch (Schlüssellochchirurgie) durchgeführt. Bei der Wahl berücksichtigen wir stets die individuelle Situation des Patienten. In Fällen, in denen der Bandapparat zu schwach oder zu geschädigt ist, setzen wir erfolgreich Sehnentransplantate ein (MPFL-Plastik).

Plicasyndrom (Verdickungen der Gelenkinnenhaut mit Einklemmung)

Plicae sind Schleimhautfalten im Kniegelenk, die allerdings nicht bei allen Menschen vorkommen. Verursachen sie Probleme, wie ein Schnappgefühl im Kniegelenk, Schmerzen oder korrespondieren gar mit Knorpelschäden, kann eine Entfernung der Plicae sinnvoll sein. Dabei handelt es sich um einen ambulanten arthroskopischen Eingriff.