Kardiologie

Behandlungsschwerpunkte

Die Diagnostik und Behandlung umfasst ein weitreichendes Spektrum der Kardiologie.

Wir behandeln chronische Herzerkrankungen wie die Koronare Herzkrankheit genauso wie Herzrhythmusstörungen oder Notfälle, die mit dem Verdacht auf einen Herzinfarkt zu uns kommen.

Entzündliche oder infektiöse Herzerkrankungen

Auch das Herz kann sich mit Viren oder Bakterien infizieren und in Folge dessen entzünden. Die Herzmuskelentzündung (Myokarditis) ist dabei die allgemein bekannteste. Die Entzündung des Herzmuskels kann beispielsweise In Folge einer Grippe entstehen. Oft heilt sie nach wenigen Tagen ab, dann sprechen wir von einer akuten Myokarditis. Bei einer chronischen Herzmuskelentzündung ist der Prozess schleichend: Die Patienten spüren dann erst nach Wochen oder sogar Monaten typische Symptome wie Luftnot, Abgeschlagenheit und Herzrhythmusstörungen. Die möglichen Folgen einer Myokarditis reichen von einer ausgeprägten Herzschwäche bis hin zum Herzversagen. Die Behandlung besteht in der Regel aus einer medikamentösen Therapie. Eine Herzbeutelentzündung (Perikarditis) entsteht in den meisten Fällen durch Viren. Oftmals bildet sich in Folge der Entzündung ein sogenannter Perikarderguss, eine Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel. Dieser lässt sich mithilfe einer Echokardiografphie diagnostizieren. In den meisten Fällen ist auch hier eine medikamentöse Therapie ausreichend. Eine Herzklappenentzündung (Endokarditis) wird durch Bakterien oder Pilze verursacht. Zur sicheren Diagnose ist die Schluckechokardiographie das Mittel der Wahl, da sich von der Speiseröhre ausgehend die Herzklappen besser schallen lassen als von außen. Gleichzeitig untersuchen wir das Blut auf mögliche Erreger, um zeitnah und zielgerichtet eine antibiotische Therapie einzuleiten. In der Regel heilt die Entzündung durch die medikamentöse Behandlung vollständig aus.

Ischämische Herzerkrankungen/Koronare Herzkrankheit

Eine koronare Herzerkrankung entsteht durch verengte Herzkrankgefäße, wodurch der Herzmuskel nicht in ausreichendem Maß mit Sauerstoff versorgt wird. Die häufigste Ursache ist die Arterienverkalkung. Hierbei lagern sich Kalk und Cholesterin an den Gefäßwänden ab und vermindern dadurch den Blutfluss. Das typische Symptom einer koronaren Herzerkrankung ist ein Engegefühl in der Brust (Angina pectoris). Unter körperlicher Anstrengung nimmt das Engegefühl zu, da der benötigte Mehranteil an Sauerstoff nicht zur Verfügung steht. Ein Herzinfarkt kann durch eine koronare Herzkrankheit genauso ausgelöst werden wie der plötzliche Herztod. Mittels nicht-invasiver Belastungsuntersuchungen (Stressechokardiografie) kann differenziert werden, ob Patienten durch konservative Therapie oder eher durch interventionelle Maßnahmen geholfen werden kann. Das Ziel ist es, mögliche Folgen wie einen Infarkt und das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern und Symptome wie Engegefühle in der Brust wirkungsvoll zu behandeln. Gelingt das, haben Betroffene häufig eine ähnlich hohe Lebensqualität wie Gesunde.

Herzinfarkt

Bei Anzeichen auf einen Herzinfarkt die 112 anrufen! Das gilt als Grundsatz, da ein Herzinfarkt ein lebensbedrohlicher Vorfall ist, bei dem jede Minute zählt. Denn im Rahmen eines Herzinfarktes stirbt ein Teil des Herzmuskels infolge einer akuten Durchblutungsstörung ab. Umso schneller behandelt wird, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass keine dauerhaften Schäden zurückbleiben. Typische Symptome eines Infarktes sind anhaltende, sehr starke Brustschmerzen, die auch in die Schulter, in den linken Arm, in den Oberbauch und sogar bis in den Unterkiefer ausstrahlen können. Zudem verspüren Betroffene oft eine Todesangst mit massiven Unruhezuständen. Im akuten Zustand kann es des Weiteren zu Atemnot, Schweißausbrüchen (Kaltschweiß), Übelkeit und Erbrechen kommen. Bereits mit den Mitteln des Notarztdienstes wird entschieden, ob eine sofortige Katheteruntersuchung erforderlich ist oder eine weiterführende nicht-invasive Diagnostik erfolgen kann.

Herzklappenerkrankungen

Insgesamt haben wir vier Herzklappen, die dafür sorgen, dass unser Blut nur in eine bestimmte Richtung fließt. Im Fall einer Herzklappenerkrankung ist mindestens eine Herzklappe verengt, undicht oder verkalkt. Das führt zu einer eingeschränkten Versorgung mit sauerstoffreichem Blut und kann zu spät oder unbehandelt zu einer ausgeprägten Herzschwäche führen. Die Symptome sind vielfältig. Neben Atemnot und  Schwindel über ein Brennen in der Brust bei Anstrengung bis hin zu Kollapszuständen und Vorhofflimmern ist alles möglich. Die Schluckechokardiographie ist das Mittel der Wahl, um eine Klappenerkrankung festzustellen.

Herzrhythmusstörungen

Bei Herzrhythmusstörungen kommt das Herz aus dem Takt. Ein normaler Puls misst durchschnittlich 60 bis 80 Schläge die Minute. Bei einer Rhythmusstörung kommt es zu deutlich schnelleren oder deutlich langsameren Abfolgen der Herzschläge. Immer wiederkehrende Unregelmäßigkeiten wie Extraschläge (Extrasystolen) deuten ebenfalls auf eine Herzrhythmusstörung hin. Betroffene nehmen das häufig als Herzrasen oder Herzstolpern wahr. Des Weiteren können Symptome wie Schwindel, Ohnmacht oder Brustschmerzen hinzukommen. Ein EKG ist das erste diagnostische Verfahren, um eine Herzrhythmusstörung festzustellen.

Herzschwäche/Herzinsuffizienz

Wenn das Herz nicht mehr ausreichend pumpt, um alle Regionen mit der benötigten Menge an Blut und Sauerstoff zu versorgen, sprechen wir von Herzschwäche. Atemnot, Wasseransammlungen im Körper und schnelle Erschöpfung sind klassische Symptome der meist chronisch verlaufenden Erkrankung. Es gibt unterschiedliche Formen der Herzinsuffizienz wie auch verschiedene Schweregrade. Bei allem gilt jedoch: Eine gezielte medikamentöse Therapie ist die Grundlage der Behandlung. Wichtig ist außerdem, die Ursachen für eine Herzschwäche wie Bluthochdruck, eine Überfunktion der Schilddrüse oder eine Herzmuskelentzündung durch die passende Therapie zu beseitigen. Dann besteht die Möglichkeit, den Krankheitsverlauf relevant zu verbessern.

Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)

Die periphere oder chronische arterielle Verschlusskrankheit ist eine Störung der arteriellen Durchblutung der Extremitäten. Bei der sogenannten Schaufensterkrankheit sind insbesondere die Beine betroffen. Betroffene klagen über Schmerzen beim Gehen oder Treppensteigen, die in Ruhephase wieder zügig nachlassen.
Die pAVK wird in den meisten Fällen durch eine krankhafte Einlagerung von Fetten in die arteriellen Blutgefäße ausgelöst. Begünstigt wird dieser Vorgang durch verschiedene Faktoren. Rauchen gilt als Risikofaktor Nummer eins, gefolgt von Bluthochdruck, zu hohe Blutfettwerte, Diabetes und Übergewicht.
Unbehandelt schreitet die pAVK rasch fort. Deswegen ist eine frühe Diagnose entscheidend, um gezielt Risikofaktoren auszuschalten und eine entsprechende, in der Regel medikamentöse, Therapie einzuleiten. Neben einer speziellen körperlichen Untersuchung sichert eine Ultraschalluntersuchung die Diagnose.

Schlaganfall

Zuerst gilt: Ein Schlaganfall ist ein Notfall. Betroffene sollten bereits bei den ersten Symptomen die 112 rufen. Denn, je früher behandelt werden kann, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, bleibende Schäden auf ein Minimum reduzieren zu können. Anzeichen für einen Schlaganfall sind plötzliche, extreme Kopfschmerzen, akut auftretende Sprach- oder Sehstörungen, plötzlich kommende Schwierigkeiten beim Gehen bis hin zur halbseitigen Lähmung oder auch Empfindungsstörungen. Kommt ein Patient mit einem Schlaganfall ins Krankenhaus handeln wir sehr schnell. Ziel ist es, die Durchblutung in der betroffenen Hirnregion wieder herzustellen. Die Thrombolyse, kurz Lyse genannt, ist in vielen Fällen das Mittel der Wahl. Hierbei wird ein Blutgerinnsel auflösendes Medikament über die Vene verabreicht wird. Das Zeitfenster für die Notfalltherapie ist jedoch begrenzt. Eine Lyse kann nur in den ersten wenigen Stunden nach den ersten Symptomen des Schlaganfalls verabreicht werden. Schwere Schlaganfälle leiten wir nach der ersten Notfallversorgung in ein anderes Krankenhaus mit Stroke Unit (Schlaganfalleinheit) weiter.

Eine intensive und individuelle Reha ist sehr wichtig. Unser neurologisches Therapeutenteam bei NetteVital bietet hier eine umfassende fundierte Betreuung.

Syncopen (plötzlicher Bewusstseinsverlust)

Eine Synkope ist ein plötzlicher, in der Regel vorrübergehender, Bewusstseinsverlust. Mediziner differenzieren mehrere Formen von Synkopen. Eine Form ist die kardiale Synkope. Hierbei liegen unterschiedlichste Ursachen, u.a. plötzlich auftretende Herzrhythmusstörungen zugrunde. Das Herz rast oder bleibt stehen, in Folge dessen bricht der Blutkreislauf zusammen, da das Blut aufhört zu fließen. Eine Synkope ist das Resultat. Wie lange die Bewusstlosigkeit andauert ist von der Dauer des Herzrasens bzw. des Stillstands abhängig. Mittels einer Langzeit-EKG Messung können wir die Rhythmusstörungen erkennen. Auch durch eine Echokardiographie können wir Rückschlüsse auf Herzerkrankungen schließen, die ursächlich für eine Synkope sein können.