Allgemein- und Viszeralchirurgie

Behandlungsschwerpunkte

Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Michael Blum und Chefarzt Dr. Hendrik W. Keller behandeln mit ihrem Team in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie alle akuten und chronischen Erkrankungen der Verdauungsorgane, der Weichteile und der Drüsen.

Neben geplanten Eingriffen versorgen wir auch Akut- und Notfälle, 24 Stunden rund um die Uhr. Das Team in der Zentralen Patientenaufnahme veranlasst, wenn erforderlich, die stationäre Aufnahme wie auch eine sofortige operative Versorgung.

Enddarmerkrankungen (Proktologische Erkrankungen)

Niemand spricht gerne darüber. Dabei sind Erkrankungen und Störungen des Enddarms oft sehr gut behandelbar. Hierzu zählen Hämorrhoiden, Afterfisteln, Einrisse der Afterschleimhaut, Afterjucken, Afterbluten, Fissuren oder Stuhlinkontinenz. Betroffene leiden häufig unter Brennen und Juckreiz, Schmerzen beim Stuhlgang, Blutungen oder Nässen der Analhaut. In unserer proktologischen Sprechstunde erhalten Patienten eine einfühlsame Beratung, eine schonende Untersuchung und effiziente Behandlung.

Gallenerkrankungen

Neben entzündlichen Prozessen in den Gallengängen, können vor allem Gallensteine starke, krampfartige Schmerzen verursachen. Die Steine blockieren dann dauerhaft den Ausgang der Gallenblase. In diesen Fällen erzielt die operative Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie) die besten Ergebnisse.

Gut- und bösartige Erkrankungen des Magen und Darms

Neben der operativen Therapie entzündlicher Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes wie z.B. Divertikulitis oder Morbus Crohn, führen unsere Chirurgen Operationen zur Beseitigung von Tumoren an allen Organen des Verdauungstraktes durch. Unsere Patienten profitieren dabei von der engen Zusammenarbeit unserer Chirurgen und Magen-Darm-Spezialisten der Inneren Medizin. Die Allgemein- und Viszeralchirurgie ist zudem Teil unseres interdisziplinären Darmkrebszentrums.

Darmkrebs ist deutschlandweit die zweithäufigste Tumorerkrankung bei Frauen und die dritthäufigste bei Männern. Rund 60.000 Neuerkrankungen werden bundesweit jährlich verzeichnet. Dennoch sind die Heilungschancen gut, wenn man ihn früh erkennt. Wird im Rahmen einer Vorsorge Koloskopien zur Früherkennung ein Tumor erkannt, ist die operative Therapie durch unsere spezialisierten Chirurgen von entscheidender Bedeutung. In vielen Fällen kann der Darmkrebs dann komplett entfernt werden.

Hernien (Bauchwandbrüche)

Hernien sind besser bekannt als Bauchwandbrüche. Auch hierbei gibt es unterschiedliche Arten. Der gängigste Bruch ist der Leistenbruch. Hierbei drückt sich Gewebe durch eine Schwachstelle der Bauchwand in den Leistenkanal. Häufig bemerken die Patienten eine neu aufgetretene Schwellung im Bereich der Leiste. Zu Beginn eines Leistenbruchs verspüren Patienten meist keine oder nur geringe Beschwerden wie leichtes Ziehen in der Region. Unbehandelt wächst der Bruch allerdings und kann im Laufe der Zeit zunehmende Schmerzen verursachen. Ein Leistenbruch heilt nicht von alleine wieder aus. Ein operativer Eingriff ist hier sinnvoll und unumgänglich.
Nach dem Leistenbruch ist der Nabelbruch der zweithäufigste Bruch in der Bauchwand. Oft verläuft ein Nabelbruch unbemerkt und komplikationslos. Jedoch können wie auch bei einem unbehandelten Leistenbruch Folgen auftreten: Darmanteile können eingeklemmt werden und dadurch absterben. Darmverschluss oder eine Bauchfellentzündung können dann die Folge sein. Hierbei handelt es sich um lebensgefährliche Komplikationen.
Eine Narbenhernie entsteht nach einer vorangegangenen Operation an Stellen der OP-Narben an der Bauchwand, immer dann, wenn die versorgten Muskel- und Gewebsschichten auseinanderdrängen. Das kann beispielsweise durch eine Bindegewebsschwäche passieren. Symptome bemerkt der Patient z.B. durch eine Vorwölbung im Bereich der ursprünglichen OP-Narbe.
Ein Oberbauchbruch ist gekennzeichnet durch eine Lücke in der Bauchwand zwischen Brustbein und Bauchnabel. Lücken im Zwerchfell hingegen sind normal. Sie bieten Platz für Blutgefäße, Nerven oder Organe wie beispielsweise die Speiseröhre. Lockert sich jedoch das umliegende Gewebe, können sich z.B. Teile des Magens in den Brustraum wölben, was eine Zwerchfellhernie zur Folge hat.

Alle Bauchwandbrüche können durch Niesen, starkes Husten, schweres Heben und weitere für die körperliche Schwachstelle anstrengende Tätigkeiten ausgelöst werden. Häufig liegt eine bekannte oder unbekannte Bindegewebsschwäche vor. Hernien treten familiär gehäuft auf.

Krampfadern/Varizen

Beinvenenerkrankungen, insbesondere das Krampfaderleiden, sind eine weit verbreitete Volkskrankheit. Unsere moderne Berufswelt mit langen Tätigkeiten im Stehen und Sitzen begünstigt diese Entwicklung. Krampfadern, auch Varizen genannt, zeigen sich durch Besenreiter oder bläulich verfärbte stark knotig verdickte Venen. Müde und geschwollene Beine sind oftmals zudem ein Symptom, über das Betroffene klagen. Bei ausgeprägtem Krampfaderleiden besteht neben dem kosmetischen Problem auch ein medizinisches, da im schlimmsten Fall eine Venenthrombose entstehen kann. Im Laufe der Zeit können sich Gewebeschäden und sogar offene Geschwüre entwickeln. Früh behandelt hingegen, verbessert sich die Venenfunktion massiv und das Risiko für Komplikationen sinkt rapide. Auch optisch sind die Beine nach einem Eingriff zur Entfernung der Varizen wieder geglättet und ebenmäßiger.

Schilddrüsenerkrankungen

Die Schilddrüse ist ein hormonbildendes Organ, das im Zuge einer Fehlfunktion Einfluss auf das Wohlbefinden, das Gewicht und die Leistungsfähigkeit nehmen kann. Angstzustände, sexuelle Unlust sowie Stoffwechselstörungen sind nicht seltene Folgen einer Schilddrüsenerkrankung. Greift eine medikamentöse Therapie wie z.B. die Gabe von Jodpräparaten nicht, bilden sich häufig Knoten an der Drüse. Zudem kann sie sich stark vergrößern und andere Organe verdrängen. Mittels der Schilddrüsensonografie bekommen wir Aufschluss über das Fortschreiten der Erkrankung und entscheidende Hinweise, ob eine Operation notwendig im Rahmen der Schilddrüsenchirurgie ist.