Anästhesie

Leistungsspektrum

„Einfach gut aufgehoben fühlen“ – das gilt insbesondere dann, wenn der Patient eine Narkose bekommt und die Kontrolle seiner Körperfunktionen in die Hände unserer Anästhesisten gibt.

Wir wenden, stets für den Patienten angepasst, alle modernen Verfahren der Regional- und Allgemeinanästhesie sowie ein strukturiertes perioperatives Schmerzmanagement an. Spezielle Verfahren zur Schmerztherapie wie ultraschallgestützte Nervenblockaden bilden genauso unser Leistungsspektrum ab wie auch die intensivmedizinische Behandlung der operativen und traumatologischen Patienten.

Intensivstation

Unsere Abteilung ist in das interdisziplinäre Konzept der Intensivmedizin eingebunden. Die Anästhesie leitet den operativen Anteil der Station.

Neben dem 30-köpfigen Pflegeteam und den zuständigen Ärzten aller Abteilungen, wird mit Hilfe moderner Medizingeräte die Sicherheit, Überwachung und Betreuung unserer Patienten gewährleistet.

Auf unserer zwölf Betten Intensivstation gibt es sechs Beatmungsplätze für eine differenzierte Unterstützung der Atmung nach Operationen oder bei internistischen Krankheitsbildern.
Das interdisziplinäre Konzept birgt im gegenseitigen Konsiliardienst Synergieeffekte, die den Patienten zu Gute kommen.

Patient Blood Management (PBM)

Das Patient Blood Management oder kurz PBM ist ein Konzept im Umgang mit Patientenblut und Blutprodukten (-konserven), das wir in den letzten vier Jahren zum Standard etabliert haben. Das Ziel ist es, die Transfusionsrate – insbesondere bei planbaren operativen Eingriffen – zu senken. Blutkonserven können einerseits Leben retten, bergen aber auch nachweislich Risiken. Deswegen überdenken wir den Einsatz stets kritisch: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Bei elektiven Eingriffen optimieren wir den Hämoglobinspiegel vor der Operation, so dass keine Blutarmut bei dem eigentlichen Eingriff vorliegt. Zudem haben wir die Möglichkeit mit einem speziellen Gerät, dem Cell Saver Eigenblut aufzufangen, aufzubereiten und das „gesäuberte“ Blut dem Patienten bei Bedarf wieder zurückzuführen. Gleichzeitig führen wir Maßnahmen während der Operation durch, die im Rahmen des PBM unterstützend sind.Hierzu zählt etwa die Gabe von  Medikamenten, die sich positiv auf die Blutgerinnung auswirken wie auch der Einsatz von Wärmedecken und beheizter Luft. Ein Auskühlen des Patienten kann zu einer verminderten Blutgerinnung und damit zu einem stärkeren Blutverlust führen.

Schmerztherapie

Wir haben ein strukturiertes Schmerzmanagement und moderne Standards etabliert, die wir individuell angepasst einsetzen. Ein Team aus Anästhesisten und ausgebildeten „pain nurses“ („Schmerzschwestern“) kümmern sich um die Linderung der Schmerzen unserer Patienten. Anästhesisten kommen täglich zur Visite. Verfahren der Nervenblockaden, mit oder ohne Schmerzkatheteranlage, patientengesteuerte Schmerzpumpen und Medikamentenauswahl nach Stufenschema kommen zum Einsatz.

Weitere Informationen

Regionalanästhesie

Spinalanästhesie
Bei der Spinalanästhesie wird ein Betäubungsmittel in Höhe der Lendenwirbelsäule direkt in den Raum gespritzt, wo sich die Rückenmarkflüssigkeit befindet. Hierfür desinfizieren wir die Haut des Rückens an der entsprechenden Stelle und decken sie steril ab. Anschließend spritzen wir mit einer sehr dünnen Nadel eine geringe Menge Lokalanästhetikum in den besagten Raum.
Nach ca. 10-30 Minuten ist der Patient in der Regel vom Bauchnabel abwärts betäubt. Das bedeutet, das Schmerzempfinden ist komplett ausgeschaltet.

Epiduralanästhesie
Im Bereich der Brust- oder Lendenwirbelsäule wird vor die harte Rückenmarkshaut, in den Periduralraum, ein dünner Katheter (Schlauch) gelegt. Über diesen werden örtliche Betäubungsmittel und Schmerzmedikamente verabreicht, so dass der Bauch und die unteren Extremitäten schmerzfrei sind. Wir wenden das Verfahren vor allem bei großen Darmoperationen kombiniert mit der Vollnarkose an.

Regionalanästhesie des Armes
Am Hals, Schlüsselbein und in der Achselhöhle können wir ultraschallgesteuert die Nerven der Schulter und des Armes lokalisieren und betäuben. Die Teilnarkose des Armes kommt z.B. bei Arm-, Hand- sowie Schulteroperationen zum Einsatz oder kombiniert mit der Allgemeinanästhesie zur Schmerztherapie.

Regionalanästhesie des Beines
Im Rahmen einer Teilnarkose des Beines betäuben wir in der Leiste und am Oberschenkel ultraschallgesteuert die Nerven des Beines. Das kann beispielsweise bei Knie- und Fußoperationen zur Schmerztherapie oder zur Wiederherstellung der Beweglichkeit bei Einschränkungen erforderlich sein.

Falls erforderlich können wir jederzeit während der Regionalanästhesie auf die Vollnarkose umsteigen oder Beruhigungs- und Schmerzmittel für einen „Dämmerschlaf“ (Analgosedierung) verabreichen.

Ultraschallgestützte Nervenblockaden

Die ultraschallgesteuerte Nervenblockade ermöglicht uns unter direkter Sichtkontrolle die Zielnerven mit der Nadel sehr präzise anzusteuern. Die Betäubung an den Nerven „vor Ort“ tritt sehr schnell ein und senkt den Bedarf an Schmerzmitteln. Zudem ist es uns durch die Methode möglich, den Schmerz während und nach der Operation auszuschalten und die Therapie mit Katheterverfahren gegebenenfalls einige Tage fortführen zu können.

Das Verfahren der ultraschallgestützten Betäubung kommt bei uns vor allem bei operativen Eingriffen an Schulter und Knie zum Einsatz.

Ist die Katheteranlage in zentrale Venen erforderlich, punktieren wir zielgenau ultraschallgesteuert.