Landesprogramm NRW „Vereinbarkeit Beruf & Pflege“: Wir nehmen teil

Seit vergangenen November ist unser Haus Teil des NRW Landesprogramms „Vereinbarkeit Beruf & Pflege“, das durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW, den Landesverbänden der Pflegekassen und dem Verband der Privaten Krankenversicherung gefördert wird.

Grundvoraussetzung zur Zertifizierung sind hausinterne, ausgebildete Pflege Guides, die bei Bedarf Kolleginnen und Kollegen über gesetzliche und praktische Möglichkeiten zur Pflege von Angehörigen informieren und beraten. „Durch unseren Sozialdienst haben wir in unserem Haus bereits seit vielen Jahren Spezialisten, die sich in ihrem Arbeitsalltag kontinuierlich mit eben jenen Fragestellungen beschäftigen“, sagt Stefan Russmann, stellvertretender Pflegedienstleiter des Hauses. Hat ein Unternehmen diese Expertise nicht, übernimmt die AOK die Qualifizierung der Pflege Guides in Form eines zweieinhalb tägigen Seminars. Zusätzliche Kosten entstehen keine.

Wichtig sei es nach Russmann jetzt als positives Beispiel voranzugehen und auch andere Nettetaler Unternehmen zu ermutigen, am Landesprojekt „Vereinbarkeit Beruf & Pflege“ teilzunehmen. Denn letztlich profitieren beide Seiten davon: Der Arbeitnehmer, der zum pflegenden Angehörigen wird und auch der Arbeitgeber, der vorsorglich gute Bedingungen schafft und die Mitarbeitergesundheit und Arbeitsleitung langfristig fördert. Denn oft wissen Angehörige nicht, was auf sie als Pflegende zukommt und vor allem, welche unterstützenden Möglichkeiten ihnen geboten werden. So können sie sich beispielsweis erst einmal von der Arbeit freistellen lassen, um die hauseigene Situation im ersten Schritt zu ordnen und sich um notwendige Folgeschritte zu kümmern. „Das stellt Erwerbstätige jedoch oft vor eine Hürde“, weiß Helmut Camps, Mitarbeiter unseres Sozialdienstes aus Erfahrungen mit Patientenangehörigen. „Die Angst vor der Reaktion des Arbeitgebers und die Hilflosigkeit, weil Beruf und Pflege sich augenscheinlich ausschließen, führen nicht selten zu einer Überforderung des Angehörigen“. Die mögliche Folge: Er fällt auf kurz oder lang in seinem Job aus. „Und damit ist niemandem geholfen“, fügt Camps hinzu.

Wir möchten Barrieren abbauen und laden alle interessierten Unternehmen herzlich ein, sich mit unseren hauseigenen Experten des Sozialdienstes zu einem Austausch in Verbindung zu setzen, um sich über das Programm „Vereinbarkeit Beruf & Pflege“ und dessen positive Effekte für den eigenen Betrieb zu informieren. Denn Fakt ist, ungefähr sechs Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland pflegen regelmäßig einen Angehörigen, Tendenz steigend. Durch den demografischen Wandel auf der einen und der sich eher zuspitzenden Knappheit an Heim- und Pflegeplätzen auf der anderen Seite, werden die Angehörigen zunehmend in die Verantwortung und Situation der Pflege zu Hause geraten. Umso wichtiger sei nach Camps die Bereitschaft von Arbeitnehmern wie auch Arbeitgebern, Beruf und Pflege, miteinander zu vereinen, Hemmschwellen zu überwinden und sich bereits im Vorfeld gut aufzustellen, um im Fall des Falles handlungsfähig zu bleiben. „Denn dann profitieren beide Seiten“, unterstreicht Russmann das Ziel, möglichst viele Nettetaler Unternehmen mit ins Boot zu holen.

Arbeitgeber können sich beim Sozialdienst des Städtischen Krankenhauses Nettetal unter 02153 125 -9851, -9098, -9136 oder -9024 über das Programm „Vereinbarkeit Beruf & Pflege“ und die Qualifizierung der Pflege Guides informieren.

Für pflegende Angehörige bietet das Haus kostenfrei spezielle, regelmäßig stattfindende Kurse an. Hier ist lediglich eine Anmeldung unter 02153 125 -9024 oder pflegeberatung@krankenhasu-nettetal.de erforderlich. Aktuell können folgende Angebote im Nettetaler Haus wahrgenommen werden:

Pflegekurs zur Unterstützung pflegender Angehöriger von Demenzerkrankten (jeweils von 14.00 – 17.30 Uhr)
Inhalte: Verhaltensänderungen des zu pflegenden Angehörigen, Konfliktvermeidung

  1. 7. + 14. + 21. Februar 2023

Gesprächskreis (jeweils von 14.00 – 16.00 Uhr)

  1. 24. Januar, 28. Februar, 30. März 2023

Gerade in den letzten Jahren der Pandemie ist uns allen noch einmal ganz bewusst geworden: Gesundheit ist unser höchstes Gut! So haben wir es uns zum Ziel gesetzt, das bereits umfangreiche Angebot zur Stärkung von psychischer und physischer Gesundheit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses noch weiter auszubauen.

Unter dem Motto „NetteFit – Gemeinsam gesund“ haben wir als erstes Krankenhaus im Kreis gemeinsam mit der AOK und dem BGF-Institut für betriebliche Gesundheitsförderung das Projekt BGFcare gestartet. Im Zentrum des zweijährigen Projektes stehen unterschiedliche Maßnahmen für die Belegschaft, die Themen wie Sport, Stressbewältigung oder gesunde Ernährung beinhalten. Ein im Haus gebildeter Steuerungskreis trifft sich regelmäßig, um gezielt passende Angebote aufzubauen.

Den Auftakt nutzten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Form eines interaktiven Gesundheitstages, der die Projektphase einläutete. Auf dem Programm standen verschiedene Schnupperkurse und Kurzvorträge rund um die Themen Stressbewältigung, gesunde Ernährung und gesunder Rücken. Sportlich ging es an einer Reaktionswand und dem 3D-Flugsimulator zu, bei dem die Muskelkraft von Bauch und Rücken gefragt war. Die eigene Küche des Hauses hat den Gesundheitstag mit voller Kraft unterstützt und leckere Speisen sowie gesunde Snacks zubereitet. Alle waren eingeladen, diese zu genießen.

Im Rahmen eines Wertschätzungscafés wurden Ideen und Wünsche für zukünftige Projekte gesammelt. „Die Anregungen werden wir auf jeden Fall mit in die kommende Planungsrunde nehmen“, so Geschäftsführer Jörg Schneider. „Denn das Wichtigste ist, dass wir Bedürfnisse zur Stärkung der Gesundheit unserer Mitarbeiter gezielt aufnehmen und so gut es geht abdecken.“ Um einen möglichst tiefen Einblick zu erlangen, hat die Krankenhausleitung sich entschieden, zeitgleich eine umfangreiche Mitarbeiterumfrage zu starten. Diese wird von dem unabhängigen und erfahrenen Institut Great Place to Work durchgeführt und ausgewertet. Die detaillierten Ergebnisse werden Ende Oktober erwartet.

Während sich der Aktions-Gesundheitstag sich eher den leichteren Aspekten zum Erhalt unserer Gesundheit widmete und im Zeichen von Spaß und Interaktion stand, sind es oft die schwereren Themen, die zur Widerherstellung oder Stärkung der psychischen Gesundheit notwendig sind. Und auch denen wollen wir uns widmen. So wird im November einer der neu initiierten „Letzte Hilfe-Kurse“ ausschließlich für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angeboten. Im Sinne eines kleinen 1×1 der Sterbebegleitung werden Basiswissen und Orientierungen sowie einfache Handgriffe vermittelt. Ein zentraler Gedanke ist es, das Sterben wieder mehr als normalen Teil des Lebens anzunehmen.

Bereits vor dem neu gestarteten Projekt zur langfristigen Stärkung der Mitarbeitergesundheit, gab es in unserem Haus vielseitige Maßnahmen und Angebote. Verschiedene Workshops zu Themen wie dem optimalen Umgang mit Schichtdiensten oder einem effektiven Stressmanagement stehen genauso im Fokus wie ein nettes Miteinander unter Kollegen, beispielsweise bei einem gemeinsamen Grillen während der Arbeitszeit für alle. Da Sport und Bewegung ein wesentlicher Bestandteil für die Gesundheit und zudem ein Ausgleich in stressigen Phasen sein kann, hat die Krankenhausleitung sich entschlossen alle Kurse von NetteVital und auch die Medizinische Trainingstherapie im Gerätezirkel frei zugänglich zu machen. Und auch auf die Belastung der Pandemie wurde reagiert. So haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei psychischer Belastung beruflicher oder privater Natur die Möglichkeit, die Mitarbeitersprechstunde des ansässigen Kooperationspartners PIN zu nutzen.

„Wir wünschen uns die bestmögliche Stärkung unserer Mitarbeiter und sind sehr motiviert dafür weitere gute Grundlagen zu schaffen und auszubauen“, betont Schneider. „Jeder einzelne ist aber auch selbst gefragt, das für sich passende Angebot anzunehmen und uns mitzuteilen, wo etwaige Bedürfnisse diesbezüglich noch nicht abgedeckt sind.“ Der Wunsch sei ein dynamischer Entwicklungsprozess, bei dem am Ende ein bunter Blumenstrauß an Angeboten und Maßnahmen für die Belegschaft steht, der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stärkt, zufrieden macht und motiviert.

Germaine Akoua, Vorsitzende des Vereins „Health and Smile e.V“ und Fachärztin der Inneren Medizin im Nettetaler Krankenhaus, leistete mitsamt einem Team aus Pflegekräften und Helfern einen wertvollen Beitrag der humanitären Hilfe in Kamerun.

Im April organisierten Mitglieder des Vereins zwei Medizin-Camps in ländlichen Gebieten Kameruns, um über die Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus aufzuklären. Das Ziel: möglichst viele Menschen erreichen, eine Zuckererkrankung diagnostizieren und im Anschluss die Betroffenen über ein angemessenes Verhalten und die richtige Ernährung schulen. Auch die passende Therapie wurde vor Ort entsprechend eingeleitet. „Ohne die Unterstützung des Nettetaler Krankenhauses und des örtlichen Lions Club wäre die erfolgreiche Umsetzung des Projekts in dieser Form nicht möglich gewesen“, sagt Akoua. Das Nettetaler Haus unterstützte den engagierten Einsatz mit vielfältigen Materialspenden wie Blutdruck- und Blutzuckermessgeräten, Kanülen, Einmalhandschuhen oder Desinfektionsmitteln in einem Wert von über 1.500 Euro.

Nach einem Vortrag zum Thema nutzten insgesamt 647 Menschen das Angebot, sich der Ärztin, die selbst in Kamerun geboren ist, vorzustellen. Bei rund neun Patienten täglich konnte die Medizinerin die Stoffwechselstörung diagnostizieren. Auch, wenn die Arbeitstage mit meistens knapp zwölf Stunden lang waren, hat sich der Einsatz gelohnt. Denn im Nachgang hieß es seitens der lokalen medizinischen Kräfte in Kamerun, dass sowohl Patienten als auch das ärztliche und pflegerische Personal profitiert hätten und die Patienten zielgerichteter versorgen können.

Um die Weiterbehandlung der Patienten auf gutem Niveau zu gewährleisten, gründete Akoua eine Partnerschaft mit zwei ärztlichen Kollegen und zwei Pflegekräften in Kamerun. Im Rahmen einer 14tägigen Videokonferenz werden jetzt die Patientenfälle und deren Verläufe im Detail besprochen.

Nach einem halben Jahr an der Spitze des Zentrums für Arthroskopie und Endoprothetik (ZAE) bekommt Chefarzt PD Dr. Marcel Haversath zusätzliche Kompetenz in Form des neuen leitenden Oberarztes Dr. Ioannis Giannakopoulos.

Seit Anfang April verstärkt der erfahrene Chirurg das Team im ZAE und ist somit der vierte Hauptoperateur in unserem EndoProthetikZentrum für Gelenkersatz-Operationen. Zuvor war Giannakopoulos jahrelang sowohl Seniorhauptoperateur an einem Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung als auch Hauptoperateur der fußchirurgischen Abteilung. Er führt die Zusatzbezeichnungen Spezielle Orthopädische Chirurgie und Sportmedizin sowie das Expertenzertifikat Fußchirurgie der Deutschen Gesellschaft für Sprunggelenk- und Fußchirurgie (GFFC).

Zusammen wollen Haversath und Giannakopoulos neue Impulse in der endoprothetischen Versorgung von Knie- und Hüftgelenken setzen. Komplexe Wechseleingriffe stehen dabei genauso im Mittelpunkt wie neue Techniken im Bereich der Hüftendoprothetik. Aber auch das Gesamtpaket bestehend aus optimaler Vorbereitung auf den Eingriff, die OP mit modernsten und für den Patienten schonenden Methoden wie auch die postoperative Versorgung und Behandlung nach der Operation, bekannt unter dem Begriff „Fast-Track-Programm“, wollen die leitenden Ärzte verstärkt in den Fokus nehmen, um Patienten noch besser und schneller im Anschluss mobilisieren zu können.

In weiterer Schwerpunkt von Giannakopoulos soll in der Fußchirurgie angesiedelt sein. So bieten wir fortan ein breit gefasstes diagnostisches und therapeutisches Leistungsspektrum in der Sprunggelenk- und Fußchirurgie an. Neben klassischen Korrekturen im Vorfuß, wie z.B. bei Hallux valgus, bei Hammerzeh- und Kleinzehendeformitäten, zählt die operative Therapie von Verschleißerkrankungen des Vor-, Mittel- und Rückfußes zu Giannakopoulos Spezialgebieten. Ein weiterer Behandlungsfokus liegt in komplexen Korrekturen bei Fehlstellungen im Erwachsenalter (Knick-Senkfuß, Hohlfuß und posttraumatische Fehlstellungen) sowie bei Knick-Senkfuß-Fehlstellungen im Kindesalter.

Durch seine langjährige Expertise wird der neue leitende Oberarzt das vorherige Spektrum in unserem Haus erweitern können und beispielsweise komplexe Rückfußkorrekturen durchführen. „Wir sind froh mit Dr. Ioannis Giannakopoulos einen wirklichen Experten auf seinem Gebiet im Team begrüßen zu dürfen“, freut sich Haversath über seinen Stellvertreter.

Neben den oben genannten Therapien bietet das ZAE jetzt ebenfalls Behandlungsmethoden bei Metatarsalgie (Schmerzen im Mittelfuß), bei Arthrose durch Knorpelersatzbehandlung, gelenkerhaltende Verfahren, Versteifung oder künstlichen Gelenkersatz an. Des Weiteren sind Patienten mit chronischen Sehnenerkrankungen sowie chronischer Instabilität des Sprunggelenkes gut aufgehoben beim neuen Spezialisten.

Alle Eingriffe am Fuß werden bei uns möglichst schonend durchgeführt. Hierbei werden, wann immer möglich, arthroskopische, also minimal-invasive, Techniken eingesetzt. „Sowohl der Einsatz von modernsten Implantaten wie auch schonende Operationsmethoden und vor allem die bestmögliche individuelle Lösung für meine Patienten liegen mir in jedem einzelnen Fall sehr am Herzen“, sagt Giannakopoulos.

Patienten mit Beschwerden an Zehen, Fuß oder Sprunggelenk können unter 02153 125 881 einen entsprechenden Termin vereinbaren.

Unsere Palliativmedizin komplettiert die Versorgungskette von schwerkranken Patienten. Als einziges Haus im Westkreis verfügt Nettetal seit bereits 14 Jahren über eine Palliativstation mit inzwischen sieben Betten. Seither entwickelt sich die Palliativarbeit unter der Leitung von Chefarzt Dr. Michael Pauw stetig weiter.

Christina Reulen, Stationsärztin und Palliativmedizinerin, wurde seitens der Krankenhausleitung jüngst zur Oberärztin für den Bereich Palliativmedizin ernannt. Zusammen mit weiteren engagierten Kolleginnen hat sie sich zur zertifizierten Kursleiterin für Kurse des bundesweiten Projektes „Letzte Hilfe“ ausbilden lassen. Die letzte Hilfe Kurse richten sich an Angehörige, aber auch an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter speziell mit dem Schwerpunkt der Sterbebegleitung. „Aber auch jeder nicht unmittelbar Betroffene ist herzlich willkommen“, sagt Reulen. Denn ein übergeordnetes Ziel sei es, das Thema Tod allgemein in der Gesellschaft wieder mehr zu enttabuisieren. Das Kursangebot findet an zwei Tagen à zwei Stunden kostenfrei statt.

Der erste Kurs in unserem Haus findet im Mai statt: 12. Mai, 18.00-20.00 Uhr & 14. Mai, 10.00-12.00 Uhr.
Anmelden können sich Interessierte unter c.reulen@krankenhaus-nettetal.de

Gespräche über die Normalität des Sterbens als Teil des Lebens, Informationen über Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht sind Bestandteile der Kurse. Im Zentrum aber steht die bestmögliche Begleitung des Sterbeprozesses sowohl für den Sterbenden als auch für den Begleiter. Ein Themenschwerpunkt befasst sich mit Möglichkeiten wie beispielsweise einer Handmassage oder einer achtsamen Atmung, um Beschwerden zu lindern. Aber auch die Fragen nach dem Abschied nehmen und persönlichen Grenzen kommen nicht zu kurz.

Die Kurse sind seitens der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin und des Deutschen Hospiz– und Palliativverbandes e.V. anerkannt.
Wir sind das einzige Krankenhaus in der Region mit insgesamt drei zertifizierten Kursleiterinnen.

Unser interdisziplinäre Palliativteam sorgt darüber hinaus mit einem breiten Angebot für die ganzheitliche Betreuung und einen geschützten Raum für Patienten und Angehörige.

Neben der auf die Bedürfnisse von Patienten abgestimmten stets wachsenden Ausstattung ist es vor allem die fachliche Weiterbildung und Qualifikation des Teams, die Möglichkeiten der Entlastung, Linderung und des Krafttankens für Patienten und Angehörige bieten. So gehören nicht nur intensive Gespräche und Maßnahmen zur Schmerzlinderung in die tägliche Umsorgung der Palliativpatienten, sondern auch therapeutische Ansätze wie die Entspannungs- oder die Musiktherapie.

Zudem hat das Team um Oberärztin Reulen gute Erfahrung mit der tiergestützten Therapie sammeln können. Der wöchentliche Besuch des ausgebildeten Therapiehundes Timmy sorgt für Begeisterung bei vielen Patienten.

Die Liebe zum Detail ist überall auf der Palliativstation spürbar: Neben im Raum der Stille ausliegenden Handschmeichlern und Gedanken-Losen zum Mitnehmen, hängt im Flur der Station eine Bilderwand mit Postern, Postkarten und Gedichten, die regelmäßig erneuert werden.

Aber auch die fachärztliche Ausbildung wird bei uns groß geschrieben. Zwei Palliativmediziner kümmern sich um die ganzheitliche Behandlung der Patienten. Zwei weitere Ärztinnen des Hauses befinden sich zurzeit in entsprechender Weiterbildung.

Seit 13 Jahren übernehmen Auszubildende der Krankenpflegeschule das Zepter auf Station für zwei Wochen. Neun angehende Pflegefachkräfte versorgen die Patienten einer Station des Hauses eigenständig. Im Rahmen der Projektwochen übernehmen sie alle anfallenden Aufgaben rund um die Versorgung der Patienten. So erstellen die zukünftigen Pflegekräfte die Dienstpläne, nehmen Patienten auf, begleiten die morgendliche Visite und führen administrative Tätigkeiten wie das Bettenmanagement und Lagerbestellungen durch. Die Grund- und Behandlungspflege und vor allem das Wohl der Patienten stehen dabei an erster Stelle. Bis Ende der Woche sind die Auszubildenden im Früh- und Spätdienst für ihre Patienten verantwortlich und können ihr erlerntes Wissen in seiner ganzen Komplexität anwenden. Im Hintergrund begleitet stets ein erfahrener Praxisanleiter die Projektwochen, der den Auszubildenden bei Bedarf behilflich sein kann. Mit insgesamt über dreißig weitergebildeten Kräften verfügen wir über eine überdurchschnittlich hohe Anzahl von Praxisanleitern. „Wir sind bestrebt, das sehr hohe Niveau der pflegerischen Ausbildung in unserem Haus stetig zu sichern“, begründet Stefan Russmann, stellvertretender Pflegedienstleiter des Hauses die Entscheidung der vielen Fortbildungen zum Praxisanleiter.

Im Rahmen einer Kooperation zwischen unserem Haus und der Akademie für Gesundheits- und Pflegeberufe Viersen (AGP Viersen) startet zwei Mal im Jahr, im März und im September, jeweils die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann

Davon kamen 2021 14 Auszubildende aus dem Nettetaler Haus. Für weitere Informationen rund um die Ausbildung steht Stefan Russmann gerne zur Verfügung oder Sie informieren sich hier auf der Homepage.

Die seit einem Jahr bestehende Krankenhaustochter, das MVZ Nettetal, hat zum 1. Januar den Kassensitz der im Haus ansässigen ehemaligen Praxis des verstorbenen Dr. Jürgen Falk übernommen. „Für uns war es wichtig, unseren Patientinnen und Patienten die ambulante chirurgische Versorgung, die seit Jahrzehnten in unserem Haus besteht, weiterhin in gewohnter Weise und vor allem auch langfristig gewährleisten zu können“, sagt Geschäftsführer Jörg Schneider zur Sitzübernahme.

Zudem ergeben sich laut Schneider weitere Vorteile für den Patienten. Eine nahtlose Koordination von ambulanten und stationären Behandlungen sei durch die Angliederung ans Krankenhaus bei Bedarf genauso gewährleistet wie die kurzen Wege zur radiologischen Diagnostik oder Notfallversorgung. Neben dem breit aufgestellten Leistungsspektrum können Chirurgen des MVZ Nettetal durch die Ermächtigung zum Durchgangsarzt zudem die Behandlung von  Arbeits- und Schulunfällen gewährleisten.

Auch die ärztliche Besetzung spiegelt die Verzahnung zur Mutter wider. Außer Facharzt Matthias Berg, ärztlicher Leiter des MVZs, sind oder waren alle anderen Chirurgen zusätzlich im Haus tätig. So wird das Medizinische Versorgungszentrum neben den bestehenden Ärzten Berg und Dr. Michael Leenen, Ärztlicher Leiter der Zentralen Patientenaufnahme, durch drei weitere Mediziner ergänzt. Den zusätzlichen Sitz besetzen anteilig Hamid Reza Ansari, Oberarzt des Zentrums für Arthroskopie und Endoprothetik, PD Dr. Michael Blum (ehemaliger Chefarzt der Chirurgie) und Kaveh Oskoui.

Neuer Spezialist für Venenchirurgie im Nettetaler Krankenhaus

Oskoui war bislang im Tönisvorster Krankenhaus als Oberarzt tätig und unterstützt seit Jahresbeginn mit einer halben Oberarztstelle unser Haus. Als ausgewiesener Spezialist für Venenchirurgie wird er gemeinsam mit dem unfallchirurgischen Chefarzt Dr. Wilfried Mündges das venenchirurgische Angebot im Nettetaler Krankenhaus weiterentwickeln. Die andere Hälfte seiner Arbeitszeit ist er im Medizinischen Versorgungszentrum tätig.

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie hat unser Haus und unseren Kooperationspartner, das St. Irmgardis-Krankenhaus Süchteln, als zertifiziertes Alters­TraumaZentrum DGU anerkannt.

Seit Herbst 2020 liefen die Vorbereitungen an beiden Standorten. „Wir haben gemeinsam Strukturen geschaffen und wissenschaftlich fundierte Behandlungspfade erfolgreich etabliert, um eine gemeinsame und bestmögliche Versorgung alterstraumatologischer Patienten zu erzielen“, so Dr. Wilfried Mündges, Chefarzt unseres Zentrums für Unfallchirurgie (ZUC). Denn eine reine Frakturversorgung greife aufgrund der meist komplexen Gesamtsituation geriatrischer Patienten viel zu kurz. So können Nebenerkrankungen zu Komplikationen und einer erschwerten Rehabilitation führen. „Ein gutes geriatrisches Co-Management kann jedoch eine erhebliche Verbesserung des Gesamtergebnisses bedeuten“, weiß der Chefarzt.

Strukturen und Abläufe der alterstraumatologischen Behandlung

Jährlich werden im Nettetaler Haus rund 500 geriatrische Patienten unfallchirurgisch versorgt. Die Akutversorgung – von der Notaufnahme, über die Operation bis zur postoperativen Nachversorgung und initialen Physiotherapie – wird wie gewohnt im ZUC unter der Leitung von Dr. Wilfried Mündges auf hohem medizinischem Niveau durchgeführt.

Mit Blick auf mögliche Grunderkrankungen, bestehende Medikationen und daran angepasste Rehabilitationsmaßnahmen nehmen die Geriater aus Süchteln eine entscheidende Rolle ein. Im Rahmen der wöchentlichen geriatrischen Visiten und ergänzenden Besuchen von speziell geschulten Pflegekräften aus der Süchtelner Geriatrie wird gemeinsam entschieden, ob ein Patient für eine bestmögliche Versorgung in die Geriatrie verlegt werden sollte. Ist das der Fall, gewährleisten die Nettetaler Unfallchirurgen die chirurgische Weiterbehandlung in Süchteln.

In einer wöchentlich stattfindenden Fallkonferenz wird das Vorgehen für jeden Patienten zudem interdisziplinär besprochen. „Dieser ganzheitliche Behandlungsansatz ermöglicht es uns, dass der Patient möglichst frühzeitig selbstbestimmt in seine gewohnte Umgebung zurückkehren kann“, erläutert Hanns-Peter Klasen, Chefarzt der Klinik für Geriatrie am
St. Irmgardis-Krankenhaus Süchteln. Gleichzeitig ergibt sich noch ein weiterer Vorteil für den Patienten: Trotz der komplexen Betreuung stehen den Patienten, ihren Angehörigen und Hausärzten feste Ansprechpartner zur Verfügung. Aufwändige Mehrfachuntersuchungen können ebenfalls vermieden werden.

Die Pflege sorgt dafür, dass Patienten sich im Krankenhaus gut aufgehoben fühlen. Aber wer sorgt für die Pflege?

Wir haben die über die Jahre steigende Belastung nicht nur erkannt, sondern auch entsprechend gehandelt. So wurde in unserem Haus in den letzten beiden Jahren um über 20 Vollzeitpflegefachkräfte aufgestockt. „Das war wirtschaftlich möglich, da der Bund das Pflegeförderprogramm sowie das Pflegebudget ins Leben gerufen hat“, betont Norbert Peffer, Pflegedienstleiter und Betriebsleiter des Hauses. „Und wichtig!“ fügt er hinzu. „Wir wollen unseren Leitsatz einfach gut aufgehoben fühlen nicht nur auf Papier festschreiben, sondern auch leben und dafür sorgen, dass sich Patienten und Mitarbeiter darin gleichermaßen bestätigt fühlen.“

Die Bemühungen zur Entlastung der Pflege in Nettetal spiegeln sich aktuell in den jüngst veröffentlichen Daten zum Pflegepersonalquotienten wider. Das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) berücksichtigt bei der bundesweiten Auswertung verschiedene Parameter, um das Verhältnis von Pflegeaufwand eines Hauses zu der Anzahl der Pflegekräfte zu berechnen. Grundsätzlich gilt, je niedriger der Wert, desto besser ist das Verhältnis für Pflege und Patient. Die positive Entwicklung im Nettetaler Haus ist unverkennbar: Lag der Wert 2019 noch bei 67,56 so ist das Ergebnis im letzten Jahr bereits bei 45,53 angekommen. Das bedeutet, die kontinuierliche Einstellung von Fachkräften trägt Früchte. Und auch, wenn die absoluten Zahlen durch Fallrückgänge in der Pandemie nicht zu 100 Prozent mit den Werten des Vorjahres vergleichbar sind, ist der positive Trend unverkennbar. Im Vergleich zu den benachbarten Krankenhäusern der Akutversorgung weist Nettetal das beste Ergebnis vor.

Doch darauf will sich die Führung des Hauses nicht ausruhen. Denn vor allem der aktuell bundesweite hohe Krankenstand in der Pflege zeige sich auch in Nettetal. „Ein klares Zeichen für eine landesweite Schieflage“, so Jörg Schneider, Geschäftsführer des Hauses. „Für uns bedeutet das, die Maßnahmen zur Stärkung unserer Pflegekräfte im Rahmen unserer Möglichkeiten weiter voran zu treiben und kontinuierlich umzusetzen, um eine bestmögliche Entlastung für unsere Pflegekräfte zu erzielen.“ Denn diese komme leider trotz fortwährender Personalaufstockung aufgrund des momentan hohen Krankenstandes noch nicht in jedem Winkel des Hauses an.

Neben der Einstellung von Fachkräften greifen in Nettetal auch andere Maßnahmen, die die Gesundheit der Mitarbeiter stärken. Und die tragen sowohl zum körperlichen, aber auch zum seelischen Wohl bei. Alle Mitarbeiter haben freien Zugang zum Training und zu den Kursen bei NetteVital. Zudem finden regelmäßige Workshops zum Thema „Stressbewältigung“ statt. Aktuell nutzen vorwiegend Mitarbeiter aus der Pflege zwei laufende Angebote zum Thema „Gesund bleiben im Schicht- und Bereitschaftsdienst“ und „Humor in der Pflege“, denn der Spaß an und bei der Arbeit und vor allem eine Portion Gelassenheit und Leichtigkeit dürften nicht zu kurz kommen, um dauerhaft gesund zu bleiben, betont Schneider. „Gleichzeitig nehmen wir die Sorgen und Belastungen unserer Mitarbeiter sehr ernst“, sagt der Geschäftsführer. So etablierte er im Zuge der Pandemie eine psychologische Sprechstunde, die einmal in der Woche beim ansässigen Kooperationspartner, dem Psychologischen Institut am Niederrhein (PIN), von allen Mitarbeitern genutzt werden kann. Wichtig sei auch der stetige Austausch. Die Pflegedienstleitung geht jeden Tag über alle Stationen des Hauses, um in einem fortwährenden Gespräch zu bleiben und auch hier Sorgen und Nöte abzuholen. „Zudem stehen unsere Türen immer offen und das wissen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch“, betont Schneider.

Seit 2001 verfügt unser Krankenhaus über medizinische Kompetenz in den Fachbereichen Gastroenterologie, Onkologie und Hämatologie und seither steht die kontinuierliche Weiterentwicklung nicht still.

Was vor über 20 Jahren mit einer qualitativ hochwertigen Grundversorgung von Patienten mit Magen-Darm-Erkrankungen, Störungen des Immunsystems und der Blutbildung wie auch von Patienten mit Krebserkrankungen oder Stoffwechselstörungen begann, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer der Kernkompetenzen des Hauses. „Wir decken seit vielen Jahren als einziges Haus der Region das volle Spektrum in der Gastroenterologie ab“, sagt Dr. Michael Pauw, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Onkologie, Diabetologie und Allgemeine Innere Medizin.

Die personelle Expertise spiegelt sich in acht erfahrenen Fachärztinnen und Fachärzten wider. So verfügt die Klinik über fünf Gastroenterologen, zwei Hämatologen/Onkologen und einen Diabetologen.

Aber nicht nur die personelle Kompetenz und gewachsene Strukturen sorgen für eine bestmögliche Betreuung der Patienten. Die hochmoderne Geräteausstattung in der Endoskopieabteilung befindet sich bereits seit Jahren auf dem Stand einer Spezialklinik. Heute schicken benachbarte Krankenhäuser Patienten, für spezielle Untersuchungen wie beispielsweise eine Kapselendoskopie, bei der mittels einer Minikamera der Magen-Darm-Trakt durchleuchtet wird, zu uns ins Haus.

Fachübergreifende Zusammenarbeit und enge Verzahnung aller Spezialisten für onkologische Patienten

Zudem arbeitet das Krankenhaus eng verzahnt mit der ansässigen onkologischen Praxis zusammen, was der Betreuung der Patienten sowohl durch die kurzen Wege als auch den stetigen Informationsaustausch zugutekommt.

Noch gebündelter findet die fächerübergreifende Zusammenarbeit in der wöchentlichen Tumorkonferenz in unserem Haus statt. Hier treffen sich seit über zehn Jahren beteiligte Spezialisten, um jeden Patienten individuell zu besprechen und das bestmögliche Therapieergebnis zu erreichen. Jeder einzelne Patient wird ausführlich und mehrfach besprochen. An der Tumorkonferenz nehmen regelmäßig Viszeralchirurgen, Gastroenterologen, Onkologen, Strahlentherapeuten, Pathologen, Radiologen und Psychoonkologen teil.

Patienten mit Tumoren des Verdauungssystems werden seit 2010 in dem zertifizierten Darmkrebszentrum des Hauses betreut. Als damals erstes Darmkrebszentrum im Kreis Viersen sind im Laufe der Jahre komplexe Strukturen und wertvolle Erfahrungswerte gewachsen.  „Grundlage für uns ist, dass wir stets alle Möglichkeiten zur optimalen Behandlung unserer Patienten ausschöpfen“, so Pauw. „Das bedeutet, neben der kontinuierlichen intensiven Zusammenarbeit der verschiedenen Fachbereiche in unserem Haus, steht auch der fächerübergreifende Austausch mit externen Partnern im Fokus.“ So arbeiten Mediziner des Hauses bei besonderen Fragestellungen eng mit Spezialkliniken zusammen.

Die Palliativmedizin bei uns komplettiert die Versorgung von schwerkranken Patienten. So steht in Nettetal als einziges Krankenhaus im Westkreis seit 14 Jahren eine Palliativstation mit inzwischen sieben Betten zur Verfügung. Auch die fachärztliche Ausbildung wird hier groß geschrieben. Drei Palliativmedizinerinnen und -mediziner sorgen für die ganzheitliche Betreuung und einen geschützten Raum für Patienten und Angehörige. Zwei weitere Ärztinnen des Hauses befinden sich zurzeit in Weiterbildung zur Fachärztin für Palliativmedizin.