Virtueller Rundgang durch unseren Neubau

Unser Neubau ist nun schon seit Mitte Februar in Betrieb. In großzügigen Räumen sind hier unsere neue Wahlleistungsstation und unsere Röntgenabteilung sowie alte und neue Kooperationspartner eingezogen. Bis Ende des Jahres soll die Küche mit komplett neuer Ausstattung in das Untergeschoss umziehen und das Außengelände fertiggestellt sein. Auch wenn hier und da noch gearbeitet wird, möchten wir Ihnen den Neubau nun endlich gern vorstellen. Da dies Corona bedingt zur Zeit leider nicht in live möglich ist, haben wir kurzerhand einen Blick mit der Kamera in alle Bereiche geworfen und laden Sie zu einem virtuellen Rundgang ein.

Die Städtischen Kliniken Mönchengladbach und das Städtische Krankenhaus Nettetal wollen medizinisch und pflegerisch enger zusammenarbeiten und planen perspektivisch eine Kooperation. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde nun von den Trägergremien beschlossen und unterzeichnet. Die Kooperationspartner erwarten eine erhöhte Qualität in der Patientenversorgung durch zusätzliche Synergieeffekte und neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden.

Die klinik- und fächerübergreifende Zusammenarbeit wird sowohl im Nettetaler Krankenhaus als auch in den Städtischen Kliniken Mönchengladbach großgeschrieben und endet nicht an der jeweiligen Klinikgrenze. In den vergangenen Monaten haben die Geschäftsführungen und Aufsichtsräte sondiert, in welchen Bereichen ein regelmäßiger Wissens- und Erfahrungsaustausch den Patienten besonders zugutekommen würde. „Dabei haben wir von Beginn an Vertreter aus der Ärzteschaft und unsere Pflegedirektoren eng einbezogen“, erklärt Jörg Schneider, Geschäftsführer des Nettetaler Hauses. Als sinnvolle Kooperationsfelder wurden die Bereiche Pflege, Unfallchirurgie und Orthopädie, Kardiologie, Gefäßchirurgie, Radiologie, Geriatrie und Palliativmedizin sowie die Schmerztherapie identifiziert. Zudem wird beabsichtig, langfristig ein telemedizinisches Netzwerk aufzubauen.

Im Fokus der zukünftigen Partner steht vor allem der Wissenstransfer durch gemeinsame Aus-, Fort- und Weiterbildungen sowie Hospitationen und Rotationen des medizinischen und pflegerischen Personals. Nach und nach sollen einzelne ausgewählte Bereiche konkret ausgestaltet werden. Da das „Eli“ Akademisches Lehrkrankenhaus der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ist, verspricht man sich zudem, dass medizinische Innovationen aus den Forschungsbereichen der Uniklinik ihren Weg auch in die beiden Häuser und somit in die Region finden.

Auch im administrativen Sektor, wie beispielsweise IT, Controlling, Einkauf oder Personalmanagement möchten sich die beiden Häuser enger austauschen. Wachsende Anforderungen im Bereich der IT-Sicherheit und der Digitalisierung sind komplexe Herausforderungen für Krankenhäuser, die sich gemeinsam leichter meistern lassen.

„Allen Beteiligten ist es wichtig, dass diese Kooperationsidee kein Papiertiger bleibt, wir wollen sie gemeinsam mit Leben füllen“, sagt Thorsten Celary, Geschäftsführer des „Eli“. Obwohl die Mönchengladbacher Klinik mit 559 Betten mehr als dreimal so groß ist wie das Nettetaler Haus, begegne man sich auf jeden Fall auf Augenhöhe, jede Partei werde ihre Stärken einbringen. Schon jetzt gibt es im Bereich der Pflege einen fundierten Austausch zwischen den Häusern. Gemeinsam ist beiden auch der Leitbildgedanke, dass bestmögliche Krankenversorgung nur in Kombination mit zwischenmenschlicher Zuwendung funktioniert. „Unsere Häuser ticken sehr ähnlich, die Chemie zwischen uns stimmt einfach“, sind sich Schneider und Celary einig.

Laut Deutscher Alzheimer Gesellschaft leben in Deutschland derzeit rund 1,6 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Neuere Studien deuten darauf hin, dass sich die Krankenzahl bis zum Jahr 2050 auf 2,4 bis 2,8 Millionen erhöhen könnte. Auch im Nettetaler Krankenhaus beobachten wir seit einigen Jahren, dass der Anteil der Patienten mit der Nebendiagnose „Demenz“ spürbar steigt.

Eine angemessene Versorgung dieser Patientengruppe muss sich an deren speziellen Bedürfnissen orientieren. Das ist einerseits zeitintensiv, erfordert vor allem aber auch besondere Kenntnisse und Kompetenzen des Pflegepersonals. Im Nettetaler Krankenhaus hat sich eine Gruppe engagierter Pflegekräfte daher zur Aufgabe gemacht, Strukturen und Abläufe zu schaffen, mit denen die Behandlungs- und Versorgungsqualität von demenz­erkrankten Patienten verbessert werden kann. Unter der Federführung von Edelgard Houben und mit dem Rückhalt der Klinikleitung bildeten sie im Juni 2020 die Arbeitsgruppe „Menschen mit Demenz – Wir machen uns auf den Weg“. Bei ihren zweiwöchigen Treffen arbeiten sich die elf Mitglieder gemeinsam immer differenzierter in das Thema ein und entwickeln für das Haus passende Konzepte. „Die Gruppe hat jetzt schon viele neue Impulse für unser Haus gesetzt. Das ist eine beachtliche Gemeinschaftsleistung“, lobt der stellvertretende Pflegedienstleister Stefan Russmann.

Finanziell unterstützt wird die Arbeitsgruppe vom Förderverein des Krankenhauses. So kann Houben, die bereits seit 30 Jahren Erfahrung mit kognitiv eingeschränkten, demenziell erkrankten Patienten hat, derzeit die Weiterbildung zur Demenzexpertin absolvieren. Ihr Wissen hat sie bereits in Arbeitsanweisungen formuliert, die als Grundlage für zukünftig geplante Schulung weiterer Kollegen im Haus dienen werden. Für die Kurzzeitaktivierung der Patienten wurde jüngst ein spezieller rollender Schubladenwagen angeschafft. Im Haus kurz „Demento-Mobil“ genannt. Er ist bestückt mit selbstsingenden Liederbüchern, Bildern, Spielen, Mal- und Bastelutensilien, Gegenständen für die haptische Wahrnehmung, Spieluhren und vielem mehr. Die Kosten von 2.500 Euro übernahm ebenfalls der Förderverein. „Die unterschiedlichen Materialien erleichtern uns den Zugang zu den demenzerkrankten Patienten“, erklärt Houben. Sie seien aber auch geeignet den Patienten Entspannung zu bringen, die interaktiven Fähigkeiten zu trainieren oder Erinnerungen aus der eigenen Biografie zu ermöglichen. Vielfach ließen sich die Materialien auch in Pflegehandlungen integrieren. Wichtig sei, die Patienten nicht zu überfordern. Eine Beschäftigungseinheit sollte je nach individuellem Zustand zwischen zwei und zehn dauern. Schon jetzt mache man gute Erfahrungen mit diesem Ansatz. „Wenn sich das bewährt, werden wir auf jeden Fall noch weitere Demento-Mobile anschaffen“, erklärt Russmann der auch Vorstandsmitglied des Fördervereins ist. Langfristig sollen noch viele weitere Maßnahmen dazu beitragen, das Nettetaler Krankenhaus demenzsensibel zu gestalten.

„Wir hatten das Krankenhaus zu Beginn der Corona-Pandemie mit 70.000 OP-Masken regulär beliefert und wollten jetzt einfach die 100.000 voll machen“, erklärte Betriebsleiter Heinz-Josef-Heinen die Spende. Der Kontakt zum Krankenhaus hatte sich damals daraus ergeben, dass Heinen seit fünf Jahren Patient unseres Gesundheitszentrums NetteVital ist. Das Unternehmen, zu dessen Kerngeschäft eigentlich die Audiometrie und Hörkabinen für medizinische Anwendungen zählen, hatte dann im vergangenen Frühjahr seine etablierte Lieferkette aus China genutzt, um für einige ausgewählte Kunden hochwertige medizinische Masken anbieten zu können. „Zu dieser Zeit waren wir froh über jeden Anbieter, der zuverlässig und schnell geliefert hat“, erinnert sich Norbert Peffer, Betriebsleiter des Krankenhauses. Zudem versuchen wir wann immer möglich, mit ortsnahen Lieferanten zusammenzuarbeiten. Mittlerweile hat sich der Markt für Schutzausrüstung glücklicherweise wieder entspannt. Für die großzügige Spende sind wir angesichts des aktuell enormen Maskenverbrauchs dennoch sehr dankbar.

Laut einer Studie des F.A.Z.-Instituts gehört das Nettetaler Krankenhaus zu „Deutschlands besten Krankenhäusern 2020“. In der Kategorie 150 bis 300 Betten wurde unser Haus als einziges der Region ausgezeichnet und kletterte mit Platz 42 im Vergleich zum Vorjahresranking sogar noch drei Plätze höher. „Dieses Ergebnis bestätigt uns einmal mehr, dass Pflegekräfte, Ärzte und alle anderen Mitarbeiter des Hauses das Leitbild „Einfach gut aufgehoben fühlen“ wirklich leben, dafür sind wir sehr dankbar“, so Geschäftsführer Jörg Schneider.

Die Studie, die bereits zum vierten Mal durchgeführt wurde, stützt sich neben sachlich messbaren Daten aus den Qualitätsberichten der Krankenhäuser auch auf so genannte emotionale Aspekte. Dazu werden Patientenberichte aus großen Patientenumfragen der Krankenkassen AOK, KKH und BARMER sowie  Patientenmeinungen aus Online-Bewertungsportalen, wie klinikberwertungen.de ausgewertet. Eine Auszeichnung erhalten jeweils die besten 25 Prozent der Kliniken einer Kategorie. Insgesamt wurden dieses Mal 576 Krankenhäuser ausgezeichnet.

Nach dem Umzug der Abteilung in das Erdgeschoss unseres Neubaus steht für Röntgen- und radiologische Untersuchungen nicht nur erheblich mehr Platz zur Verfügung. Insgesamt investierte das Nettetaler Krankenhaus auch 800.000 Euro in komplett neue Technik.

Neben den zwei volldigitalen Röntgen-Arbeitsplätzen wurde zusätzlich auch ein mobiles digitales Röntgengerät angeschafft. „Damit lassen sich jetzt auch problemlos Bettenaufnahmen, zum Beispiel bei Intensivpatienten, machen“, erklärt die leitende Medizinisch-Technische Radiologieassistentin Gertrud Lehnen. Die digitalen Aufnahmen sind unverzüglich auf allen Stationen und Ambulanzen verfügbar und ermöglichten so eine schnelle Diagnostik.

Überdies wurde auch der bisherige 16-Zeilen-Computertomograph ausgetauscht. Da das neue 80-Zeilen-CT nur wenige Sekunden benötigt, um detaillierte Aufnahmen verschiedener Gewebeschichten zu liefern, verkürzt sich die Untersuchungszeit für Patienten gegenüber früher noch einmal. Um auch Patienten mit Klaustrophobie und stärker beleibten Patienten die Untersuchung so angenehm wie möglich zu machen, wurde bei bei der Anschaffung auch auf eine extra große Öffnung Wert gelegt.

„Der Umzug in die neuen Räume und die neue Ausstattung ist für alle Beteiligten ein Gewinn“, fasst Geschäftsführer Jörg Schneider zusammen. Während sich das Röntgenpersonal vor allem über das bessere Handling freue, würden die Ärzte die schnellere Diagnostik bei höchster Bildqualität schätzen. Patienten seien bei allen Untersuchungen einer geringeren Strahlenbelastung ausgesetzt und profitierten durch mehr Komfort.

Zum neunten Mal durfte sich unser Förderverein  über eine Spende der Sebastian-Apotheke freuen. Deren Kunden können seit mehr als 15 Jahren ihre Treue-Taler in ein buntes Sparschwein zu Gunsten der palliativen Arbeit im Nettetaler Krankenhaus werfen. Dieses Mal schlummerte in seinem Bauch ein Betrag von 3000 Euro, den Barbara Picksak-Christmann nun auf der Palliativstation überreichte. „Seit der ersten Spendenübergabe in 2006 haben unsere Kunden so schon insgesamt 31.000 Euro für die wertvolle Arbeit des Palliativteams gesammelt“, sagt die Apotheken-Inhaberin.

„Tatsächlich sind die Spendengelder eine wichtige Hilfe, damit die ganzheitlich angelegte Versorgung und Begleitung der Palliativpatienten und ihrer Angehörigen bestmöglich gelingen kann“, bestätigt Stationsärztin Christina Reulen. Zahlreiche Projekte und Anschaffungen konnten so in den vergangenen Jahren schon umgesetzt werden. „Wir bieten unseren Patienten zum Beispiel regelmäßig Kunst-, Musik- oder Aromatherapie an. Für viele sind dies besondere Stunden, in denen sie ein wenig Kraft tanken können.“ Ohne Spendengelder und die Unterstützung durch den Förderverein ließen sich diese Angebote jedoch nicht aufrechterhalten, so Reulen. Rund 1000 Euro werden hierfür jeden Monat benötigt. Auch die umfangreichen Fort- und Weiterbildungen der palliativ tätigen Ärzte und Pflegekräfte werden durch Spenden mitfinanziert.

Palliativmedizin ist die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung. Es geht vor allem darum, Schmerzen zu lindern und die Lebenszeit lebenswert zu machen. Dabei stehen die individuellen Bedürfnisse der Patienten, aber auch die der Angehörigen im Vordergrund. Die Palliativstation des Nettetaler Krankenhauses besteht seit 2007. Hier stehen den schwerstkranken Patienten insgesamt sieben Betten in hellen, freundlichen Räumen zur Verfügung. Zum Palliativteam, das bereits 2004 gegründet wurde, gehören neben Ärz­ten und speziell geschulten Pflegekräften auch Physiothera­peuten, eine Seelsorgerin sowie eine Sozialarbeiterin.

Seit dem 21. Januar darf das Krankenhaus nur mit einem medizinischen Mund-Nasen-Schutz (OP-Maske) oder FFP-2-Maske betreten werden. Diese Regelung gilt entsprechend auch für Patienten, die eine der im Haus ansässigen Praxen aufsuchen möchten.

Nicht zulässig sind FFP-2-Masken mit Ventil sowie Alltagsmasken. Patienten, die bei der Anmeldung in unserer Zentralen Patientenaufnahme keine eigene Maske mitführen, können eine solche gegen eine kleine Spende für den Förderverein erwerben.

Ab Montag, dem 26. Oktober gilt im Nettetaler Krankenhaus wieder ein generelles Besuchsverbot. Auch in der zentralen Patienten-/Notaufnahme sind Begleitpersonen nur noch in absoluten Ausnahmefällen erlaubt. Damit reagieren wir in Abstimmung mit den Krankenhäusern des Kreises auf die steigenden Infektionszahlen. „Um unsere Patienten und Mitarbeiter bestmöglich vor einer Covid-19-Infektion zu schützen, ist diese Entscheidung leider unvermeidlich“, erklärt Geschäftsführer Jörg Schneider und bittet um Verständnis.

Ausnahmen vom Besuchsverbot können im Einzelfall für schwerkranke oder sterbende Patienten nach Rücksprache mit der jeweiligen Stationsleitung gemacht werden. „Unser Pflegepersonal ist sich bewusst, welche Belastung diese Einschränkungen für die Patienten bedeutet und bemüht sich sehr, die fehlenden Kontakte durch eine besonders intensive persönliche Betreuung aufzufangen“, so Schneider.

Wenn ein Patient plötzlich zum Pflegefall wird, sind die Angehörigen oftmals überfordert und bleiben mit vielen Fragen in der neuen und schwierigen Situation alleine. Diese Erfahrung machten früher auch unsere Pflegekräfte und Ärzte, ohne dass sie hier großen Handlungsspielraum zur Unterstützung gehabt hätten. Seit zehn Jahren ist das anders. Es gibt das Team der „Familialen Pflege“, das sofort eingeschaltet werden kann.

„Familiale Pflege NRW“ wurde 2005 als landesweites Gemeinschaftsprojekt vom Land, der AOK und der Universität Bielefeld ins Leben gerufen, um pflegenden Angehörigen möglichst flächendeckend kostenlose Unterstützung und Entlastung zu ermöglichen. „Als das Projekt 2010 in unserem Haus vorgestellt wurde, haben wir uns schnell entschlossen, mitzumachen“, erinnert sich der stellvertretende Pflegedienstleiter Stefan Russmann.

Heike Weinmann, damals Leiterin der Krankenpflegeschule, übernimmt die Projektleitung. Mit viel Engagement sorgt sie dafür, dass die Beratung und Unterstützung pflegender Angehöriger in kurzer Zeit ein fester Baustein im Pflegekonzept des Nettetaler Krankenhauses wird. Als Pflegetrainerin von Beginn an dabei ist Sendi Giganti. In den ersten fünf Jahren begleitet das Duo mehr als 600 Familien, beginnend mit der Beratung noch während des stationären Aufenthalts des Patienten bis hin zu weiterführenden Pflegekursen. 2015 dann übergibt Weinmann die Leitung an Ihre Kollegin und den frisch an Bord geholten Daniel Krause, um sich wieder voll auf die Pflegeschule zu konzentrieren. Drei Jahre später verstärkt ein dritter Pflegetrainer das Team. Gleichzeitig  wird umstrukturiert: Die Pflegetrainer übernehmen auch Aufgaben im Sozialdienst  und arbeiten stationsbezogen. Das schafft Synergien. „In unserer Doppelfunktion lernen wir betroffene Patienten und Angehörige früher kennen und können die Angebote der Familialen Pflege noch einfacher vermitteln“, berichtet Giganti. 2019 vergrößert sich das Team Familiale Pflege/Sozialdienst noch einmal, seither gibt es auch für die Palliativstation eine feste Ansprechpartnerin.

Bis zu 200 Familien profitieren jedes Jahr von dem vielfältigen Angebot der Familialen Pflege

Sobald sich abzeichnet, dass ein Patient nach der Entlassung eine häusliche Pflege benötigen wird, nehmen die Pflegetrainer Kontakt mit den Angehörigen auf. Erste Beratungsgespräche und Pflegetrainings erfolgen auf Wunsch noch während der stationären Phase am Patientenbett. So vorbereitet können die Angehörigen der Entlassung meist ruhiger entgegensehen. „Wir kommen aber auch nach dem stationären Aufenthalt in das häusliche Umfeld, um individuell zu beraten und mit den Angehörigen Pflegetechniken zu üben“, erklärt Krause. Dabei dürften gern auch mehrere Familienmitglieder teilnehmen.

Gänzlich unabhängig davon, ob der häuslichen Pflegesituation ein stationärer Aufenthalt voraus gegangen ist, können pflegende Angehörige den so genannten Initial-Pflegekurs sowie einen speziellen Kurs zur Unterstützung bei der Pflege von Demenzerkrankten besuchen. Auch die regelmäßigen Gesprächskreise stehen allen Interessierten offen.

Pflegerisches Grundwissen zu vermitteln ist aber nicht das alleinige Ziel all dieser Angebote. Die Pflegetrainer haben stets auch das physische und seelische Wohlergehen der pflegenden Angehörigen im Blick und entsprechende Hilfestellungen im Gepäck, Stichwort „Selbstpflege“. So erklärt Krause als ausgebildeter VAP-AdvisorÒ zum Beispiel vielen Klienten wie die Patientenmobilisation durch harmonische Bewegungsabläufe (Kinästhetik) für beide Seiten besonders schonend umgesetzt werden kann. „Aber auch das Vorlesen einer kurzen Geschichte hilft manchmal, einen Moment der Entspannung zu ermöglichen“, ergänzt der erfahrene Pflegetrainer.

Was oftmals nicht bekannt ist: Alle Kurse und Trainings sind für die Teilnehmer kostenfrei. Die Angebote der Familialen Pflege sind als Regelleistung der Krankenkassen anerkannt.

Telefonische Beratung in Corona-Zeiten

Corona hat auch die Möglichkeiten der Familialen Pflege eingeschränkt, so sind derzeit keine Kurse oder Hausbesuche möglich. „Zurzeit beraten wir pflegende Angehörige telefonisch, das hilft ja auch schon.  Wer Rat sucht, kann uns auch gern anrufen“, betont Giganti.

Neue Kurstermine geben wir zeitnah bekannt.