Maskenspende für das Nettetaler Krankenhaus

„Wir hatten das Krankenhaus zu Beginn der Corona-Pandemie mit 70.000 OP-Masken regulär beliefert und wollten jetzt einfach die 100.000 voll machen“, erklärte Betriebsleiter Heinz-Josef-Heinen die Spende. Der Kontakt zum Krankenhaus hatte sich damals daraus ergeben, dass Heinen seit fünf Jahren Patient unseres Gesundheitszentrums NetteVital ist. Das Unternehmen, zu dessen Kerngeschäft eigentlich die Audiometrie und Hörkabinen für medizinische Anwendungen zählen, hatte dann im vergangenen Frühjahr seine etablierte Lieferkette aus China genutzt, um für einige ausgewählte Kunden hochwertige medizinische Masken anbieten zu können. „Zu dieser Zeit waren wir froh über jeden Anbieter, der zuverlässig und schnell geliefert hat“, erinnert sich Norbert Peffer, Betriebsleiter des Krankenhauses. Zudem versuchen wir wann immer möglich, mit ortsnahen Lieferanten zusammenzuarbeiten. Mittlerweile hat sich der Markt für Schutzausrüstung glücklicherweise wieder entspannt. Für die großzügige Spende sind wir angesichts des aktuell enormen Maskenverbrauchs dennoch sehr dankbar.

Laut einer Studie des F.A.Z.-Instituts gehört das Nettetaler Krankenhaus zu „Deutschlands besten Krankenhäusern 2020“. In der Kategorie 150 bis 300 Betten wurde unser Haus als einziges der Region ausgezeichnet und kletterte mit Platz 42 im Vergleich zum Vorjahresranking sogar noch drei Plätze höher. „Dieses Ergebnis bestätigt uns einmal mehr, dass Pflegekräfte, Ärzte und alle anderen Mitarbeiter des Hauses das Leitbild „Einfach gut aufgehoben fühlen“ wirklich leben, dafür sind wir sehr dankbar“, so Geschäftsführer Jörg Schneider.

Die Studie, die bereits zum vierten Mal durchgeführt wurde, stützt sich neben sachlich messbaren Daten aus den Qualitätsberichten der Krankenhäuser auch auf so genannte emotionale Aspekte. Dazu werden Patientenberichte aus großen Patientenumfragen der Krankenkassen AOK, KKH und BARMER sowie  Patientenmeinungen aus Online-Bewertungsportalen, wie klinikberwertungen.de ausgewertet. Eine Auszeichnung erhalten jeweils die besten 25 Prozent der Kliniken einer Kategorie. Insgesamt wurden dieses Mal 576 Krankenhäuser ausgezeichnet.

Nach dem Umzug der Abteilung in das Erdgeschoss unseres Neubaus steht für Röntgen- und radiologische Untersuchungen nicht nur erheblich mehr Platz zur Verfügung. Insgesamt investierte das Nettetaler Krankenhaus auch 800.000 Euro in komplett neue Technik.

Neben den zwei volldigitalen Röntgen-Arbeitsplätzen wurde zusätzlich auch ein mobiles digitales Röntgengerät angeschafft. „Damit lassen sich jetzt auch problemlos Bettenaufnahmen, zum Beispiel bei Intensivpatienten, machen“, erklärt die leitende Medizinisch-Technische Radiologieassistentin Gertrud Lehnen. Die digitalen Aufnahmen sind unverzüglich auf allen Stationen und Ambulanzen verfügbar und ermöglichten so eine schnelle Diagnostik.

Überdies wurde auch der bisherige 16-Zeilen-Computertomograph ausgetauscht. Da das neue 80-Zeilen-CT nur wenige Sekunden benötigt, um detaillierte Aufnahmen verschiedener Gewebeschichten zu liefern, verkürzt sich die Untersuchungszeit für Patienten gegenüber früher noch einmal. Um auch Patienten mit Klaustrophobie und stärker beleibten Patienten die Untersuchung so angenehm wie möglich zu machen, wurde bei bei der Anschaffung auch auf eine extra große Öffnung Wert gelegt.

„Der Umzug in die neuen Räume und die neue Ausstattung ist für alle Beteiligten ein Gewinn“, fasst Geschäftsführer Jörg Schneider zusammen. Während sich das Röntgenpersonal vor allem über das bessere Handling freue, würden die Ärzte die schnellere Diagnostik bei höchster Bildqualität schätzen. Patienten seien bei allen Untersuchungen einer geringeren Strahlenbelastung ausgesetzt und profitierten durch mehr Komfort.

Zum neunten Mal durfte sich unser Förderverein  über eine Spende der Sebastian-Apotheke freuen. Deren Kunden können seit mehr als 15 Jahren ihre Treue-Taler in ein buntes Sparschwein zu Gunsten der palliativen Arbeit im Nettetaler Krankenhaus werfen. Dieses Mal schlummerte in seinem Bauch ein Betrag von 3000 Euro, den Barbara Picksak-Christmann nun auf der Palliativstation überreichte. „Seit der ersten Spendenübergabe in 2006 haben unsere Kunden so schon insgesamt 31.000 Euro für die wertvolle Arbeit des Palliativteams gesammelt“, sagt die Apotheken-Inhaberin.

„Tatsächlich sind die Spendengelder eine wichtige Hilfe, damit die ganzheitlich angelegte Versorgung und Begleitung der Palliativpatienten und ihrer Angehörigen bestmöglich gelingen kann“, bestätigt Stationsärztin Christina Reulen. Zahlreiche Projekte und Anschaffungen konnten so in den vergangenen Jahren schon umgesetzt werden. „Wir bieten unseren Patienten zum Beispiel regelmäßig Kunst-, Musik- oder Aromatherapie an. Für viele sind dies besondere Stunden, in denen sie ein wenig Kraft tanken können.“ Ohne Spendengelder und die Unterstützung durch den Förderverein ließen sich diese Angebote jedoch nicht aufrechterhalten, so Reulen. Rund 1000 Euro werden hierfür jeden Monat benötigt. Auch die umfangreichen Fort- und Weiterbildungen der palliativ tätigen Ärzte und Pflegekräfte werden durch Spenden mitfinanziert.

Palliativmedizin ist die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung. Es geht vor allem darum, Schmerzen zu lindern und die Lebenszeit lebenswert zu machen. Dabei stehen die individuellen Bedürfnisse der Patienten, aber auch die der Angehörigen im Vordergrund. Die Palliativstation des Nettetaler Krankenhauses besteht seit 2007. Hier stehen den schwerstkranken Patienten insgesamt sieben Betten in hellen, freundlichen Räumen zur Verfügung. Zum Palliativteam, das bereits 2004 gegründet wurde, gehören neben Ärz­ten und speziell geschulten Pflegekräften auch Physiothera­peuten, eine Seelsorgerin sowie eine Sozialarbeiterin.

Seit dem 21. Januar darf das Krankenhaus nur mit einem medizinischen Mund-Nasen-Schutz (OP-Maske) oder FFP-2-Maske betreten werden. Diese Regelung gilt entsprechend auch für Patienten, die eine der im Haus ansässigen Praxen aufsuchen möchten.

Nicht zulässig sind FFP-2-Masken mit Ventil sowie Alltagsmasken. Patienten, die bei der Anmeldung in unserer Zentralen Patientenaufnahme keine eigene Maske mitführen, können eine solche gegen eine kleine Spende für den Förderverein erwerben.

Ab Montag, dem 26. Oktober gilt im Nettetaler Krankenhaus wieder ein generelles Besuchsverbot. Auch in der zentralen Patienten-/Notaufnahme sind Begleitpersonen nur noch in absoluten Ausnahmefällen erlaubt. Damit reagieren wir in Abstimmung mit den Krankenhäusern des Kreises auf die steigenden Infektionszahlen. „Um unsere Patienten und Mitarbeiter bestmöglich vor einer Covid-19-Infektion zu schützen, ist diese Entscheidung leider unvermeidlich“, erklärt Geschäftsführer Jörg Schneider und bittet um Verständnis.

Ausnahmen vom Besuchsverbot können im Einzelfall für schwerkranke oder sterbende Patienten nach Rücksprache mit der jeweiligen Stationsleitung gemacht werden. „Unser Pflegepersonal ist sich bewusst, welche Belastung diese Einschränkungen für die Patienten bedeutet und bemüht sich sehr, die fehlenden Kontakte durch eine besonders intensive persönliche Betreuung aufzufangen“, so Schneider.

Wenn ein Patient plötzlich zum Pflegefall wird, sind die Angehörigen oftmals überfordert und bleiben mit vielen Fragen in der neuen und schwierigen Situation alleine. Diese Erfahrung machten früher auch unsere Pflegekräfte und Ärzte, ohne dass sie hier großen Handlungsspielraum zur Unterstützung gehabt hätten. Seit zehn Jahren ist das anders. Es gibt das Team der „Familialen Pflege“, das sofort eingeschaltet werden kann.

„Familiale Pflege NRW“ wurde 2005 als landesweites Gemeinschaftsprojekt vom Land, der AOK und der Universität Bielefeld ins Leben gerufen, um pflegenden Angehörigen möglichst flächendeckend kostenlose Unterstützung und Entlastung zu ermöglichen. „Als das Projekt 2010 in unserem Haus vorgestellt wurde, haben wir uns schnell entschlossen, mitzumachen“, erinnert sich der stellvertretende Pflegedienstleiter Stefan Russmann.

Heike Weinmann, damals Leiterin der Krankenpflegeschule, übernimmt die Projektleitung. Mit viel Engagement sorgt sie dafür, dass die Beratung und Unterstützung pflegender Angehöriger in kurzer Zeit ein fester Baustein im Pflegekonzept des Nettetaler Krankenhauses wird. Als Pflegetrainerin von Beginn an dabei ist Sendi Giganti. In den ersten fünf Jahren begleitet das Duo mehr als 600 Familien, beginnend mit der Beratung noch während des stationären Aufenthalts des Patienten bis hin zu weiterführenden Pflegekursen. 2015 dann übergibt Weinmann die Leitung an Ihre Kollegin und den frisch an Bord geholten Daniel Krause, um sich wieder voll auf die Pflegeschule zu konzentrieren. Drei Jahre später verstärkt ein dritter Pflegetrainer das Team. Gleichzeitig  wird umstrukturiert: Die Pflegetrainer übernehmen auch Aufgaben im Sozialdienst  und arbeiten stationsbezogen. Das schafft Synergien. „In unserer Doppelfunktion lernen wir betroffene Patienten und Angehörige früher kennen und können die Angebote der Familialen Pflege noch einfacher vermitteln“, berichtet Giganti. 2019 vergrößert sich das Team Familiale Pflege/Sozialdienst noch einmal, seither gibt es auch für die Palliativstation eine feste Ansprechpartnerin.

Bis zu 200 Familien profitieren jedes Jahr von dem vielfältigen Angebot der Familialen Pflege

Sobald sich abzeichnet, dass ein Patient nach der Entlassung eine häusliche Pflege benötigen wird, nehmen die Pflegetrainer Kontakt mit den Angehörigen auf. Erste Beratungsgespräche und Pflegetrainings erfolgen auf Wunsch noch während der stationären Phase am Patientenbett. So vorbereitet können die Angehörigen der Entlassung meist ruhiger entgegensehen. „Wir kommen aber auch nach dem stationären Aufenthalt in das häusliche Umfeld, um individuell zu beraten und mit den Angehörigen Pflegetechniken zu üben“, erklärt Krause. Dabei dürften gern auch mehrere Familienmitglieder teilnehmen.

Gänzlich unabhängig davon, ob der häuslichen Pflegesituation ein stationärer Aufenthalt voraus gegangen ist, können pflegende Angehörige den so genannten Initial-Pflegekurs sowie einen speziellen Kurs zur Unterstützung bei der Pflege von Demenzerkrankten besuchen. Auch die regelmäßigen Gesprächskreise stehen allen Interessierten offen.

Pflegerisches Grundwissen zu vermitteln ist aber nicht das alleinige Ziel all dieser Angebote. Die Pflegetrainer haben stets auch das physische und seelische Wohlergehen der pflegenden Angehörigen im Blick und entsprechende Hilfestellungen im Gepäck, Stichwort „Selbstpflege“. So erklärt Krause als ausgebildeter VAP-AdvisorÒ zum Beispiel vielen Klienten wie die Patientenmobilisation durch harmonische Bewegungsabläufe (Kinästhetik) für beide Seiten besonders schonend umgesetzt werden kann. „Aber auch das Vorlesen einer kurzen Geschichte hilft manchmal, einen Moment der Entspannung zu ermöglichen“, ergänzt der erfahrene Pflegetrainer.

Was oftmals nicht bekannt ist: Alle Kurse und Trainings sind für die Teilnehmer kostenfrei. Die Angebote der Familialen Pflege sind als Regelleistung der Krankenkassen anerkannt.

Telefonische Beratung in Corona-Zeiten

Corona hat auch die Möglichkeiten der Familialen Pflege eingeschränkt, so sind derzeit keine Kurse oder Hausbesuche möglich. „Zurzeit beraten wir pflegende Angehörige telefonisch, das hilft ja auch schon.  Wer Rat sucht, kann uns auch gern anrufen“, betont Giganti.

Neue Kurstermine geben wir zeitnah bekannt.

„Wir wollen möglichst früh eine durchgängige Behandlungs­perspektive zum Wohle des älteren Patienten etablierten“, fasst Geriatrie-Chefarzt Hanns-Peter Klasen vom St. Irmgardis-Krankenhaus Süchteln das Ziel der Kooperation zwischen seinem Haus und dem Städtischen Krankenhaus Nettetal zusammen. Und das sowohl für die geriatrischen als auch die verunfallten Patienten des Nettetaler Hauses. Dazu gibt es jetzt den sogenannten „Liasondienst“, der die bestmögliche Behandlung für ältere Patienten sicherstellt.

Zweimal pro Woche kommt eine qualifizierte geriatrische Fachkraft des Süchtelner Hauses dazu nach Nettetal. Es erfolgt eine erste Einschätzung. Gemeinsam mit dem behandelnden Arzt und den Pflegekräften vor Ort wird dann entschieden, wo der Handlungsbedarf bei diesem Patienten liegt, wie und wo man ihn möglichst optimal versorgen kann.

Hand in Hand arbeiten die Ärzte und das Pflegepersonal beider Häuser bei älteren Patienten zusammen. Auch Menschen, die durch einen Unfall nun im Nettetaler Haus versorgt werden, profitieren vom Liasondienst. Denn die weiterführende geriatrische Behandlung ist auch für sie sichergestellt. „Wir sehen die Patienten schon sehr frühzeitig, können uns ein Bild machen und den Behandlungsbedarf feststellen“, zeigt Hanns-Peter Klasen die Vorteile der Kooperation auf. Denn die Behandlung soll nicht nach der Operation enden, sondern erst nach Abschluss der erfolgreichen Nachbehandlung.

„In der Vergangenheit haben wir den Liasondienst mit dem St. Irmgardis-Krankenhaus einzelfallbezogen durchgeführt“, berichtet Jörg Schneider, Geschäftsführer des Nettetaler Krankenhauses. „Nun haben wir ihn im Rahmen einer Kooperation intensiviert und gute Strukturen etabliert.“ Langfristig ist angedacht, ein gemeinsames Alterstrauma-Zentrum zu etablieren, das dann auch zertifiziert werden soll. „Der Liasondienst ist ein gutes Beispiel für die vertrauensvolle Zusammenarbeit beider Häuser“, betont Schneider.

Das neue Bett bietet Patienten und Pflegekräften außerordentlichen Komfort: Per Fernbedienung können unsere Pflegekräfte Patienten mit eingeschränkter Mobilität schonend in eine aufrechte Sitzposition bringen. Bei Bedarf wird das Fußteil zum Tisch. So fallen Essen und Trinken leichter. Zugleich gewinnt der Patient bei Mahlzeiten und Gesprächen das Gefühl von Selbstbestimmtheit und Gleichberechtigung zurück. Auch Patienten, die aufgrund einer Erkrankung wie Herzschwäche oder Durchblutungsstörungen in den Beinen (PAVK) nicht liegen können, kann in diesem Bett eine bequeme und entlastende Position eingerichtet werden. Ein weiteres Feature ist die Aufstehhilfe: Das Bett übernimmt das Aufrichten des Patienten in Richtung Fußseite quasi vollständig. Lediglich beim Aufstehen oder beim Wechsel in einen Transportstuhl muss die Pflegekraft eine kurze Hilfestellung leisten.

Ein ganz großes DANKESCHÖN an alle Spender, die unseren Förderverein unterstützen!!!

Zusammen mit Personalleiter Rainer Boerenkamp und Pflegedienstleiter Norbert Peffer konnte er 24 der 36 neuen Kollegen, die in den letzten drei Monaten in die „Krankenhausfamilie“ aufgenommen wurden, im NetteBistro willkommen heißen.

„Wir haben dieses Quartalsfrühstück im Frühjahr initiiert, weil uns wichtig ist, dass sich alle Mitarbeiter schnell dazugehörig fühlen“, erklärt Schneider die Idee. Es habe in Nettetal Tradition, dass auch die unterschiedlichen Berufsgruppen vertrauens- und respektvoll zusammenarbeiten. So werde auch eine Kultur der offenen Türen gelebt. „Das gilt im wahrsten Sinne des Wortes: Nutzen Sie diese Möglichkeit, wann immer Sie Gesprächsbedarf haben“, ermunterte Schneider die „Neulinge„ bei der Begrüßung. „Das Frühstück bietet eine gute Gelegenheit, Kolleginnen und Kollegen anderer Arbeitsbereiche kennenzulernen.“, bestätigte auch Gesundheits- und Krankenpflegerin Alexandra Gottschalk, die zu den Gästen zählte. Das nächste Quartalsfrühstück findet im September statt.