Diabetes-Team neu formiert

Die Zahl der Diabetespatienten nimmt kontinuierlich zu, wie regelmäßige Erhebungen des Robert Koch-Instituts und der Krankenkassen zeigen.

Auch unsere Mediziner und Pflegekräfte registrieren, dass bei immer mehr stationären Patienten, als Begleiterkrankung ein Diabetes vorliegt. Immer häufiger wird dieser sogar erst bei der stationären Aufnahme festgestellt. In allen Fällen gilt es, genauer hinzuschauen, denn ein unzureichend kontrollierter und therapierter Diabetes ist mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenfunktionsstörungen, Erblindung und das Diabetische Fußsyndrom verbunden.

Und genau das – genau hinschauen, beraten, behandeln – hat sich unser Diabetesteam bereits seit vielen Jahren auf die Fahne geschrieben.

Um der zunehmenden Zahl der Patienten mit Diabetes gerecht werden zu können, haben wir das Diabetesteam jetzt verstärkt. Neben unserem Diabetologen Dr. med. Patrick Feinen, unserer langjährig erfahrenen Diabetesberaterin Sendi Giganti sowie den beiden Ernährungsberaterinnen Christa Vogt und Ramona Klottka stehen unseren Patienten mit Miriam Kutscheidt und Heike Karpenkiel nun noch zwei ausgebildete Diabetesassistentinnen zur Verfügung.

Die Diabetesberaterin/-assistentinnen werden per Konsil dazu geholt, wenn Patienten noch keine Erfahrung im Umgang mit dem Diabetes haben oder unsicher sind. Im Rahmen einer Einzelberatungen lernen Betroffene dann Therapieformen, Spritztechniken und Methoden zur Selbstkontrolle des Blutzuckers kennen. Rät der Arzt aufgrund des Diabetes zur Umstellung der Ernährung, erarbeiten unsere beiden Diätassistentinnen gemeinsam mit dem Patienten einen individuellen Ernährungsplan und geben praxisnahe Tipps. Sowohl in der Ernährungs- als auch in der Diabetesberatung nehmen die Expertinnen stets besondere Rücksicht auf die jeweiligen Lebensumstände – schließlich soll sich das Erlernte auch zu Hause mühelos umsetzen lassen. Auf Wunsch werden daher natürlich auch Angehörige einbezogen.

Unter der Leitung von Dr. Feinen werden im Nettetaler Krankenhaus alle Formen des Diabetes (außer Schwangerschaftsdiabetes) behandelt. Neben der Diagnose und Blutzuckerneueinstellung, legen wir ein Hauptaugenmerk auf die Therapie von Patienten mit schwer einstellbaren Blutzuckerwerten sowie auf Diagnose und Behandlung möglicher Folgeerkrankungen. Patienten, die am Diabetischen Fußsyndrom leiden, profitieren dabei von einer engen fächerübergreifenden Zusammenarbeit mit unserer zertifizierten diabetologischen Fußbehandlungseinrichtung.

Unsere Privatstation ist endlich wieder vollständig. Nach einer langen Sanierungszeit konnten wir nun den Bereich 3a wieder in Betrieb nehmen. Die 17 Zimmer –  davon neun Einbett-, zwei Zweibett- und sechs variablen Ein-/Zweibettzimmer –  sind in der gleichen modernen Design-Linie gestaltet und ausgestattet wie die Zimmer des 2021 neu eröffneten Nachbarflügels 3c in unserem Neubau. Sie verfügen über eine hochwertige Möblierung, einen Mini-Kühlschrank am Bett, Patientensafe und eine ansprechende Nasszelle mit höhenverstellbarem WC und Regendusche und sind alle klimatisiert. Wie auch schon in der 3c schmücken Fotomotive aus der Region, die aus einem Mitarbeiter-Fotowettbewerb stammen, Zimmer und Flur.

Insgesamt hat das Krankenhaus Nettetal ca. 1,1 Mio. Euro in die Sanierung des Bereichs 3a investiert, der jetzt eine Bettenkapazität von 19 bis 25 Patienten hat und schwerpunktmäßig unseren chirurgisch und orthopädisch operativen Patienten zur Verfügung steht.

Die Sanierungsphase hat bedingt durch Corona und Kapazitätsengpässe bei den Handwerksbetrieben leider länger gedauert als geplant und wir sind dankbar, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch unsere Patienten die mitunter anstrengende Bauphase so geduldig mitgetragen haben. Wir freuen uns jetzt umso mehr mit allen über die neuen Zimmer.

Zur Implantation einer Hüfttotalendoprothese wird in unserem EndoProthetikZentrum seit einiger Zeit auch eine neue minimalinvasive OP-Technik eingesetzt. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung der so genannten Path-Methode. Zwar sind die bislang verwendeten Zugänge AMIS und ALMIS sehr gut etabliert und führen bereits zu einer hohen Patientenzufriedenheit. Durch den neuen kanülierten Path-Zugang lassen sich die Ergebnisse für den Patienten jedoch noch weiter optimieren. Die Vorbereitung der Hüftpfanne erfolgt hier über einen zusätzlichen kleinen Hautschnitt von etwa 1 cm. Das reduziert den Hakenzug auf Muskulatur und Weichgewebe während der OP auf ein Minimum, der Eingriff ist somit noch schonender. Für Dr. med. Ioannis Giannakopoulos, leitender Oberarzt und Hauptoperateur in unserem EndoProthetikZentrum liegen die Vorteile dieser Methode aber nicht nur in der schnellen Wundheilung, sondern auch in der schnelleren Mobilisation und den sehr geringen Schmerzen nach der OP.

Das Team rund um Chefarzt PD Dr. med. Marcel Haversath hat diese neue Technik bereits bei knapp 30 Patienten sehr erfolgreich angewendet. Aufgrund dieser Expertise ist das Zentrum für Arthroskopie und Endoprothetik nun Hospitationszentrum zur Ausbildung externer Ärzte geworden ist. Als erster Hospitant hat Dr. Ilias Pantazis von der Uniklinik in Alexandroupoli, Nordgriechenland, kürzlich unserem Operationsteam während eine solchen Eingriffs über die Schultern geschaut.

Interessierte Patienten können sich in der Sprechstunde im ZAE individuell beraten lassen (Tel. 02153 125 881).

Die Anästhesieabteilung des Nettetaler Krankenhauses hat einen neuen Wege in Sachen Klimaschutz eingeschlagen. In den fünf Hauptoperationssälen sorgt ein spezielles Filter- und Recyclingsystem seit einiger Zeit dafür, dass klimaschädliche Narkosegase, sogenannte Inhalationsanästhetika, nicht mehr in die Atmosphäre gelangen. Unter Leitung von Chefarzt Dr. med. Rainer Schmitz wurde das Verfahren zunächst an einem Anästhesiearbeitsplatz getestet und im Juli dann an allen weiteren Plätzen etabliert.

Narkosegase werden bei Operationen weltweit milliardenfach eingesetzt. Sie sind Jahrzehnte lang erprobt, medizinisch hoch wirksam und für den Patienten sehr schonend. Für das Klima stellen sie allerdings ein Problem dar, da es sich um langlebige halogenierte Kohlenwasserstoffe, also direkte Treibhausgase, handelt. Narkosegase werden vom Körper fast nicht verstoffwechselt und vom Patienten größtenteils wieder ausgeatmet. Weltweit gelangen sie in der Regel ungefiltert über das OP-Abluftsystem in die Außenluft und damit in die Atmosphäre. Zur Einordnung: Nach einer Studie des Klimaprojekts „Klik Green“ entsprechen die klimaschädlichen Emissionen einer siebenstündigen Operation mit dem Narkosegas Desfluran etwa einer Autofahrt von 15.000 Kilometern.

Mit dem neuen Verfahren werden weit über 90 Prozent der Gase mit Hilfe eines speziellen, im Abluftsystem des Narkosegeräts integrierten Aktivkohlefilters gebunden und somit die Abgabe an die Umwelt verhindert. Ein Sensor meldet, wenn der Filter voll ist und gewechselt werden muss. Ein spezialisierter Dienstleister bereitet die adsorbierten Gase dann wieder zu voll wirksamem und qualitativ einwandfreiem Narkosegas auf. Auch das in den Filtern eingesetzte Aktivkohle-Granulat sowie alle anderen Verbrauchsartikel werden aufbereitet. Der gesamte Recyclingprozess sowie die Herstellung der Filtersysteme finden ausschließlich in Deutschland statt. Somit sind nicht nur hohe Sicherheitsstandards gewährleistet, sondern auch kurze Transportwege.

Steigende Lebenserwartung und der stetige medizinische Fortschritt lassen auch zukünftig einen hohen Bedarf an patientenschonenden Anästhetika erwarten. „Durch das Filtern und Recyceln bleibt uns das gesamte Arzneimittelspektrum für eine sichere und patientenschonende Narkose erhalten, ohne das Klima weiter zu belasten“, freut sich Schmitz über diese innovative Technik.

Vor dem Hintergrund der aktuell diskutierten Krankenhausreform sowie der konkreten Krankenhausplanung in NRW informierte sich der Bundestagsabgeordnete für den Kreis Viersen, Udo Schiefner, über die Entwicklung des Nettetaler Krankenhauses. Man habe in den letzten Jahren nachhaltige Strukturen aufgebaut, berichtete Geschäftsführer Jörg Schneider seinem Gast. So sei die Neuausrichtung der internistischen und chirurgischen Bereiche vor einigen Jahren bereits mit Blick auf die anstehende Krankenhausplanung erfolgt. „Ich habe schon viel Gutes über das Haus gehört“, sagte der SPD-Abgeordnete bei einem Rundgang durch verschiedene Abteilungen. Hier vor Ort sehe er diese Einschätzung nun bestätigt. Das Haus sei für die Zukunft gut gerüstet, weil neben einer breit aufgestellten, qualitativ hochwertigen Grundversorgung auch hochspezialisierte Bereiche wie die Endoprothetik oder eine bestens ausgestattete Gastroenterologie mit teils überregionalen Einzugsgebieten etabliert seien. Um im ländlichen Raum verlässlich eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung gewährleisten zu können, sei es jedoch auch wichtig, dass Krankenhäuser auf regionaler Ebene enger zusammenarbeiten, so Schneider. Diesen Prozess werde er gern unterstützen, versicherte Schiefner, und auf jeden Fall weiter mit allen Krankenhäusern im Kreis im Gespräch bleiben.

Bei der Besichtigung einer Pflegestation erfuhr der Abgeordnete, dass der aktuelle Fachkräftemangel auch vor dem Nettetaler Krankenhaus keinen Halt macht. „Obwohl wir in den letzten Jahren unser Pflegeteam stetig aufgestockt haben, macht sich der bundesweit hohe Krankenstand in der Pflege auch bei uns immer wieder deutlich bemerkbar“, betonte der Geschäftsführer. Diese Schieflage müsse dringend angepackt werden, gab er dem Bundestagsabgeordneten mit auf den Weg.

Fortan in unserem Gesundheitszentrum auch Säuglinge und Kinder behandelt werden. Mit Jana Freitag, leitende Physiotherapeutin in der Brüggener Zweigpraxis, verfügt das Haus jetzt über eine zertifizierte Vojta-Therapeutin.

Ziel der Vojta-Physiotherapie ist es, durch Druck bestimmter Triggerpunkte gezielt unbewusste Muskelfunktionen an der Wirbelsäule und den Extremitäten zu aktivieren, um gestörte Bewegungsmuster zu durchbrechen und motorische Fähigkeiten und Bewegungen wiederherzustellen oder zu verbessern. Grundlegend bei der Behandlung nach Vojta sind zehn Zonen des Körpers, die je nach Beschwerdebild aktiviert werden.

Jana Freitag erstellt auf Grundlage der motorischen Entwicklung des ersten Lebensjahres den Befund, worauf hin sie das Therapieziel festlegt und die entsprechende Behandlung durchführt. Therapiert werden beispielsweise zentrale Koordinationsstörungen im Säuglingsalter wie auch Erkrankungen und Funktionsstörungen der Wirbelsäule. Auch Lähmungen oder Fehlentwicklungen der Hüfte behandelt die durch die Internationale Vojta Gesellschaft e.V. zertifizierte Therapeutin.

Mitte November hat Freitag ihre Fortbildung abgeschlossen. Bereits zuvor konnte sie umfangreiche Erfahrungen im Rahmen ihrer fortbildungsbegleitenden Arbeit in einer Physiotherapie-Praxis mit dem Schwerpunkt Pädiatrie (Kinderheilkunde) sammeln. Ein Jahr lang hat die ausgebildete Physiotherapeutin und sektorale Heilpraktikerin unter Anleitung Säuglinge und Kinder nach Vojta befundet und behandelt. Jetzt bringt sie ihr professionelles Know How in der NetteVital Praxis Brüggen ein. Zudem zeigt Jana Freitag den Eltern einen entwicklungsfördernden Umgang im Alltag. Durch richtiges Handling werden beim Säugling zusätzlich Aktivitäten unterstützt und die Selbständigkeit gefördert.

Termine und weitere Informationen erhalten Eltern unter Tel. 02163 57493 80 direkt bei Jana Freitag.

Die Therapie findet in der Regel in der Praxis statt. In Ausnahmefällen, wenn es Eltern aus nachvollziehbaren Gründen schwer fällt in die Praxis zu kommen, führt die Therapeutin auch Hausbesuche im näheren Umkreis durch.

Im Nettetaler EndoProthetikZentrum hat eine neue Technologie Einzug gehalten. Neben den bewährten patientenindividuellen Instrumenten (PSI) setzt das Team von Chefarzt PD Dr. med. Marcel Haversath bei der Implantation von Knietotalendoprothesen nun auch ein Augmented Reality-Verfahren ein.

Dabei werden dem Operateur während der OP über eine digitale Brille (AR-Brille) optisch wertvolle Informationen wie Achsen und Gradzahlen in das Blickfeld projiziert. Das Brillenbild wird ebenso auf einen Bildschirm übertragen, so dass auch alle weiteren Mitarbeitenden im OP die einzelnen Arbeitsschritte genau nachvollziehen können. Die Technik ermöglicht es, eine Knie-TEP mit einer dem PSI-Verfahren gleichwertig hohen Präzision auszurichten.

Mit Blick auf aktuell produktionsbedingt erhöhte Wartezeiten bei den PSI-Instrumenten sind Dr. Haversath und sein Team froh, auf dieses Alternativverfahren zurückgreifen zu können. Insbesondere für stark schmerzgeplagte, immobile Patienten können somit lange Wartezeiten verkürzt werden. Aktuell ist erst eine AR-Brille im Einsatz. Im ZAE kann man sich aber vorstellen, diese smarte Technik weiter auszubauen.

Das ZAE stellt die AR-Technik auch am 22. Februar und am 14. Juni im Rahmen unserer Vortragsreihe vor. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Wir freuen uns, mit ihm einen geeigneten Kandidaten aus eigenen Reihen gefunden zu haben, um die Position neu zu besetzen.

Richter ist seit Gründung der Krankenhaustochter 2009 mit dabei und somit bestens vertraut mit Abläufen, Patienten und dem NetteVital-Team. „Ich habe NetteVital über 13 Jahre wachsen sehen und bin stolz darauf, was wir als Team bisher entwickelt und geleistet haben“, so Richter. „Mein Ziel ist es, bestehende Schwerpunkte und gut funktionierende Prozesse zu stärken und perspektivisch den Blick auf noch schlummernde Entwicklungspotentiale zu richten.“ Das Team ist qualitativ sehr gut aufgestellt, so dass Richter auf umfassende Kompetenz bauen kann.

Die bestmögliche Versorgung der ambulanten und stationären Patienten steht für den Diplom Sportwissenschaftler an erster Stelle. Aber auch das gute Arbeitsklima im Team darf nicht leiden. Und das ist gerade in der aktuellen Zeit, in der auch NetteVital von einer eher schwierigen Personalsituation betroffen ist, eine Herausforderung, der sich Richter von der ersten Stunde als Betriebsleiter gerne stellen möchte.

Die Kombination aus betriebswirtschaftlicher Steuerung der Belange von NetteVital und auch die Arbeit am Patienten, die Richter nach wie vor nicht gänzlich aufgeben wird, ist ein guter Mix, um das Gespür für Kunden, Patienten und Mitarbeiter auf einem hohen Niveau zu halten. Da sind sich Jörg Schneider und der neue Betriebsleiter einig.

Der diplomierte Sportwissenschaftler absolvierte sein Studium mit dem Schwerpunkt Rehabilitation und Prävention an der Sporthochschule Köln. Nach Tätigkeiten in einem Rehzentrum in der Domstadt, kam er 2009 zu NetteVital. Hier widmete er sich von der ersten Stunde an Patienten und Kunden im Rückenzentrum und im Gerätezirkel von NetteVital und übernahm zügig die Verwaltung und Organisation der Rehasport- und Präventionskurse, die er von anfangs vier Gruppen auf jetzt rund 30 ausbauen konnte. Nahezu folgerichtig wurde er Bereichsleiter für Präventionskurse & Rehabilitationssport.

Geboren wurde der Anfang 40jährige im Münsterland. Vor rund 18 Jahren verschlug es ihn zum Studium nach Köln und letztlich nach Nettetal, wo er sich inzwischen sehr heimisch fühlt. Nicht nur beruflich, sondern auch privat setzt Richter auf Bewegung und Sport. Seine große Leidenschaft ist das Tennis. Aber auch beim Mountainbiken und Joggen ist er regelmäßig anzutreffen.

Die Palliativstation des Nettetaler Krankenhauses verfügt seit neuestem über ein eigenes Bettfahrrad. Das Gerät kann ganz einfach am Fußende eines Patientenbettes aufgestellt werden, so dass der Patient im Liegen treten kann. Wahlweise lässt es sich auch mit wenigen Handgriffen zur Handkurbel umbauen.

Heino Tiskens gehört dem Palliativteam unseres Hauses an und hat schon viele gute Erfahrungen mit dem Spezialrad gemacht. Denn bevor nun das eigene Rad angeschafft wurde, war bereits ein Jahr lang ein Leihrad im Einsatz. „Patienten, die zum Beispiel aufgrund mangelnder Gangsicherheit oder eines instabilen Kreislaufs nicht mehr aufstehen können sind oftmals überrascht über ihre Leistungsfähigkeit“, weiß der Physiotherapeut. Dabei geht es weniger um einen Trainingseffekt. Für viele Palliativpatienten ist es viel bedeutsamer, auf unterschiedliche Weise Selbstwirksamkeit zu erfahren oder noch einmal die eigenen Kräfte zu entdecken. Für Patienten, die vor ihrer Erkrankung immer gern Fahrrad gefahren sind, kann es zudem ein im positiven Sinne nostalgischer Moment sein, wieder in die Pedale zu treten.

„Bei der Behandlung von Patienten mit einer weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung stellen wir die individuellen Bedürfnisse der Patienten in den Vordergrund“, erklärt unsere Oberärztin Christina Reulen, die unsere Palliativstation leitet. Es geht darum Lebenszeit lebenswert zu gestalten. „Wir sind sehr dankbar, dass uns unser Förderverein auch bei diesem Projekt wieder unterstützt hat“, freut sich die Palliativmedizinerin.

3.11.2022 – Unsere Pflegefachkraft Annika Ungricht hat kürzlich erfolgreich die Weiterbildung zur Fachkraft für Stomapflege abgeschlossenen – als erste in unserem Haus. Wir gratulieren ganz herzlich! Tatsächlich war es ein Herzenswunsch von ihr, Patienten, die einen künstlichen Darmausgang (Stoma oder Anus praeter genannt) erhalten haben, professionell zur Seite stehen zu können.

Der Hintergrund: In unserer Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie werden in steigender Zahl Patienten mit Tumoren oder entzündlichen Erkrankungen des Dickdarmes behandelt und operiert. Hierbei ist es manchmal unvermeidlich, einen künstlichen Darmausgang anzulegen. Auch wenn die meisten Stomata nur protektiv angelegt und in der Regel zeitnah wieder zurückverlegt werden, stellen sie für die Patienten zunächst eine Belastung dar. Sie fürchten häufig, mit dem Stoma aufzufallen oder gar auf Ablehnung zu stoßen. Wir legen daher großen Wert darauf, den Umgang mit der neuen Situation bereits während des Krankenhausaufenthaltes mit den Betroffenen zu üben und Sicherheit für den Alltag zu vermitteln. Dabei unterstützen Stomatherapeuten. Sie erklären die Handhabung der Beutelsysteme, beantworten Fragen rund um Ernährung, Versorgungsmaterialien, Komplikationen oder beraten bei psychosozialen Problemen. Seit vielen Jahren kooperieren wir hier sehr vertrauensvoll mit externen Fachkräften von AktivMedical.

Dass wir nun mit Annika Ungricht auch eine Expertin in den eigenen Reihen haben, freut nicht nur Chefarzt Dr. med. Hendrik W. Keller. Auch viele Kolleginnen und Kollegen werden künftig von ihrem Know-How profitieren.