Noch bessere Operationsergebnisse und noch mehr Patientensicherheit

In unserer Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie werden nahezu alle Eingriffe an der Gallenblase, bei Hernien sowie bei gut- und bösartigen und entzündlichen Erkrankungen des Dünn- und Dickdarms routinemäßig in minimalinvasiver Technik durchgeführt. Die Patienten profitieren durch eine schnellere Genesung, weniger Beschwerden und einen kürzeren Klinikaufenthalt.

Seit Juli steht Chefarzt Dr. Hendrik W. Keller und seinem Team nun ein neuer Laparoskopie-Turm mit 4K-Technologie zur Verfügung. Für die Anschaffung hat die Geschäftsführung eine sechsstellige Summe investiert. Eine Investition in noch mehr Sicherheit für unsere Patienten.

So liefert die 4K-Technologie dem Operateur Bilder in einer Qualität, die der vierfachen Auflösung eines HD-Bildes entspricht. Die farbgetreuen Bilder haben eine größere Tiefenwahrnehmung und lassen während des Eingriffs mehr Details erkennen. Die fluoreszenzgestützte Angiographie unter Einsatz von Indicyaningrün (ICG) erlaubt zudem bei laufender Operation eine schnelle und zuverlässige Visualisierung der Durchblutung. So kann der Chirurg beispielsweise bei Operationen an Dünn- oder Dickdarm, vor allem aber bei kolorektalen Tumorerkrankungen während der Operation die Gefäßversorgung der betroffenen Abschnitte sicherstellen und mögliche Komplikationen frühzeitig erkennen. Auch Gallenwege oder Metastasen lassen sich mit Hilfe der Fluoreszenztechnik darstellen bzw. von der Umgebung abgrenzen.

Nach 12 Monaten Bauzeit haben wir unsere neue Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung – heute auch Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP) genannt – in Betrieb genommen. Entstanden ist sie auf 200 Quadratmetern in der ehemaligen Bettenzentrale im Untergeschoss des Hauses, die zu diesem Zwecke verlegt wurde. Bevor jedoch im April 2021 mit dem Neuaufbau begonnen werden konnte, mussten diese Räumlichkeiten zunächst entkernt werden. Parallel dazu wurde die Technikzentral des Hauses um ein Stockwerk aufgestockt, um Platz für die neue raumlufttechnische Anlage und Reserve für weitere Anlagen zu schaffen. Die neue AEMP ist mit modernster Reinigungs- und Sterilisationstechnik ausgestattet und wurde für optimale Betriebsabläufe konzipiert. Rund 1,7 Millionen Euro hat das Haus in die Modernisierung investiert.

„Hier sind jetzt alle Voraussetzungen erfüllt, die immer komplexer werdenden OP-Instrumente auch künftig nach den höchsten Hygienestandards jederzeit sicher und nachvollziehbar aufbereiten zu können“, erklärt Betriebsleiter Norbert Peffer. Auch habe sich durch den 100-prozentigen Raumzuwachs und hellere Arbeitsplätze der Arbeitskomfort für die Mitarbeiterinnen deutlich verbessert. Zudem wurde eine neue Software installiert, um die lückenlose und personenbezogene Dokumentation der einzelnen Arbeitsschritte zu optimieren.

In der unserer AEMP werden täglich rund 50 bis 60 Sterilisationseinheiten mit jeweils bis zu 70 OP-Instrumenten gereinigt, gepflegt, verpackt und sterilisiert. Dabei kommt es nicht nur auf ein Höchstmaß an Sauberkeit und Sorgfalt an. Die vier speziell ausgebildeten Fachkräfte der AEMP tragen auch dafür Sorge, dass die Instrumente pünktlich für die nächsten OPs steril und in der benötigten Zusammenstellung wieder bereit liegen. „Da ist es natürlich von Vorteil, dass die neuen Reinigungs- und Desinfektionsgeräte und die Dampf-Großsterilisatoren pro Durchgang bis zu 15 Minuten schneller arbeiten und auch mehr Kapazitäten haben als ihre Vorgänger“, so Peffer. Die neuen Geräte seien überdies allesamt energieeffizienter. So verfügen die beiden Sterilisatoren jetzt jeweils über eigene Dampfkessel. Die zentrale Dampferzeugung im Heizungskeller, die auch bereits in die Jahre gekommen war, konnte daher außer Betrieb genommen werden, wodurch die langen Versorgungswege entfallen.

Schon seit Jahren zählen übrigens auch zwei Hilfskräfte des Heilpädagogischen Zentrums Viersen/Krefeld (HPZ) fest zum Team unserer AEMP. Neben dem Hol- und Bringdienst gehören auch die Vorreinigung der Sterilgüter und das Einvliesen der Container zu ihren täglichen Aufgaben.

Wenn ein Familienmitglied zum Pflegefall wird, sind die Angehörigen oftmals überfordert und bleiben mit vielen Fragen in der neuen und schwierigen Situation alleine. Bereits seit vielen Jahren bietet das Nettetaler Krankenhaus im Rahmen der „Familialen Pflege“ Angehörigen pflegebedürftiger Patienten kostenlos individuelle Beratung und praktische Hilfen an. Dazu zählen Beratungsgespräche und individuelle Pflegetrainings. Diese können bereits während eines stationären Aufenthalts sowie bis zu sechs Wochen nach der Entlassung in Anspruch genommen werden.

Aber auch unabhängig von einem Krankenhausaufenthalt bieten die geschulten Pflegetrainer Kurse für pflegende Angehörige und Interessierte an. „Schon wenn sich abzeichnet, dass es zu einer Pflegesituation kommen könnte, ist es sinnvoll, sich als Angehöriger frühzeitig darauf vorzubereiten“, erklärt Pflegetrainerin Sendi Giganti. So könne Pflege Zuhause später dann bestmöglich gelingen.

Im so genannten Initial-Pflegekurs werden elementare Pflegehandlungen geübt und pflegefachliches Grundwissen vermittelt. Darüber hinaus werden hier auch Fragen zur Krisenbewältigung oder Förder- und Entlastungsmöglichkeiten beantwortet. Ein spezieller Kurs für pflegende Angehörige von Demenzerkrankten stellt das detaillierte Verständnis der Erkrankung und den richtigen Umgang mit der Demenz im Alltag in den Mittelpunkt.

Bei jedem Kurs bleibt Raum für den Austausch mit anderen betroffenen Angehörigen. Die Kurse finden jeweils an drei aufeinanderfolgenden Dienstagen im Krankenhaus statt. Die Pflegetrainer Sendi Giganti und Daniel Krause gehen dabei stets auf die individuelle Lebenssituation der Betroffenen ein.

Anmeldung zu Kursen und Gesprächskreisen sind unter Tel. 02153 125 9024 oder unter pflegeberatung@krankenhaus-nettetal.de möglich.

Die Coronaschutzmaßnahmen werden der aktuellen Lage entsprechend angepasst und können bei der Anmeldung erfragt werden.

Die aktuellen Kurstermine und weitere Informationen finden Sie hier.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Reform der Krankenhausplanung informierte sich der Bundestagabgeordnete für den Kreis Viersen, Dr. Martin Plum (CDU), über die Entwicklung des Nettetaler Krankenhauses. Man habe in den letzten Jahren nachhaltige Strukturen aufgebaut, konnte Geschäftsführer Jörg Schneider berichten. So sei insbesondere die Neuausrichtung der internistischen und chirurgischen Bereiche schon mit Blick auf die anstehende Krankenhausplanung erfolgt. „Mit der Kombination aus breit aufgestellter, qualitativ hochwertiger Grundversorgung und hochspezialisierten Bereichen wie dem Zentrum für Arthroskopie und Endoprothetik und dem Zentrum für Schulter- und Ellenbogenchirurgie mit überregionalem Einzugsgebiet sehen wir uns für die Zukunft gut aufgestellt“, so Schneider. Um im ländlichen Raum verlässlich eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung gewährleisten zu können, sei es jedoch auch wichtig, dass Krankenhäuser auf regionaler Ebene enger zusammenarbeiten. Kooperation statt Konkurrenz müsse das Motto sein. Plum bot an, diese Prozesse zu unterstützen. „Ich stehe gerne als Moderator zur Verfügung, wenn es darum geht, kreisweit gemeinsame Prozesse anzustoßen.“ Wie wichtig unsere Krankenhäuser seien, hätten wir in den letzten Wochen und Monaten immer wieder gespürt, so der Politiker. Der Erhalt der Krankenhäuser im Kreis Viersen sei ihm daher ein zentrales Anliegen. Auf Bundesebene wolle er sich für eine gesicherte Finanzierung auch kleinerer Krankenhäuser im ländlichen Raum einsetzen.

Bei einem Rundgang durch das Haus erhielt Plum auch einen Einblick zur aktuellen Situation der Pflege. Obwohl das Nettetaler Krankenhaus in den letzten beiden Jahren sein Pflegeteam um über 20 Vollzeitpflegefachkräfte aufstocken konnte, macht sich auch hier der bundesweit hohe Krankenstand in der Pflege deutlich bemerkbar. Das Pflegepersonal sei derzeit dadurch noch mehr belastet, erfuhr er. „Hier liegt eine bundesweite Schieflage vor, die dringend behoben werden muss“, gab Schneider dem Bundestagsabgeordneten mit auf den Weg.

Seit Anfang Oktober steht unser Zentrum für Arthroskopie und Endoprothetik und damit auch das EndoProthetikZentrum Nettetal unter neuer chefärztlicher Leitung. PD Dr. med. Marcel Haversath stellt sich in einem Video anhand von fünf Fragen kurz vor.

Das Video finden Sie hier.

Die Erfolgsgeschichte des Zentrums für Arthroskopie und Endoprothetik (ZAE) im Nettetaler Krankenhaus soll weiter gehen. Mit PD Dr. Marcel Haversath haben Geschäftsführung und Aufsichtsrat des Hauses einen erfahrenen Nachfolger für Dr. Enno Steinheisser gefunden, der nach über 25 Jahren als Chefarzt in den wohlverdienten Ruhestand wechselt.

Steinheisser war maßgeblich an der Entwicklung und Strukturierung des heutigen ZAEs beteiligt und bereitete die Abteilung erfolgreich auf die Zertifizierung zum EndoProthetikZentrum Nettetal vor.

Am 1. Oktober trat Haversath nun, als hervorragend aufgestellter Spezialist, in die Fußstapfen des langjährigen Chefarztes. Er ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, verfügt über die Zusatzbezeichnung ‚Spezielle orthopädische Chirurgie‘ und sammelte bereits umfangreiche Erfahrungen als Senior-Hauptoperateur in verschiedenen EndoProthetikZentren der Maximalversorgung. Zudem wurde seine Arbeit zur „Qualität und Sicherheit in der Endoprothetik“ mit einem Stipendium seitens der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie ausgezeichnet.

„Ich finde hier optimale Bedingungen und Strukturen vor, um bestmögliche Ergebnisse und größtmögliche Sicherheit für die Patienten sicherstellen zu können“, sagt der 39jährige. „Zudem freue ich mich auf die Arbeit hier im Team und darauf, neue Impulse setzen zu dürfen.“ Moderne und patientenindividuelle Behandlungspfade stehen auch bei ihm in der Versorgung von Knie- und Hüftpatienten im Vordergrund. Dabei legt er großen Wert auf die Auswahl ausschließlich hochwertiger Implantate mit langer Haltbarkeit sowie auf für den Patienten knochensparende und schonende OP-Verfahren. Individuell und passgenau – das sei der Grundsatz für optimale Ergebnisse und höchste Patientensicherheit. Jedoch soll seine Arbeit nicht am OP-Tisch enden: „Die bereits hervorragenden Voraussetzungen in Nettetal für eine erfolgreiche Reha nach der Operation möchte ich gerne noch weiter ausbauen“, so der angehende Chefarzt. Das Fast-Track-Programm als grundlegendes Konzept für eine schnelle postoperative Mobilisation hat er dabei fest im Blick.

Enno Steinheisser hingegen hat sein Soll erfüllt und blickt auf eine erfolgreiche und tolle Zeit im Nettetaler Krankenhaus zurück. „Es hat mich erfüllt, Strukturen mit erschaffen zu dürfen und innovative Ideen umzusetzen und ich wünsche mir sehr, dass ich bei meinen Patienten und Kollegen in guter Erinnerung bleibe“, so der noch amtierende Chefarzt des ZAEs. Jetzt würde jedoch ein komplett neuer Lebensabschnitt ohne die Medizin beginnen, dem er ebenfalls mit Freude entgegen sieht. „Und dafür wünschen wir Enno Steinheisser nur das Beste“, sagt Geschäftsführer Jörg Schneider. „Wir danken ihm für sein überaus herausragendes Engagement und seinen prägenden und erfolgreichen Einfluss, den er auf die Etablierung der heutigen Abteilung für Arthroskopie und Endoprothetik gehabt hat.“ Das soll gebührend gefeiert werden. So wird der langjährige Chefarzt in feierlichem Rahmen verabschiedet, während sein Nachfolger zeitgleich eingeführt wird und den Staffelstab offiziell übernimmt.

Einmal in der Woche empfängt Stationsärztin Christina Reulen ganz besonderen Besuch auf der Palliativstation: Timmy ist ein ausgebildeter Therapiehund und sorgt regelmäßig für Begeisterung bei den Patienten.

Mit komplementären Behandlungsverfahren wie Musik-, Kunst- und Aromatherapie macht unser Palliativteam bereits viele Jahre gute Erfahrungen. Motiviert durch zahlreiche positive Berichte anderer Palliativstationen und Hospize hat das Team nun auch die tiergestützte Therapie eingeführt.

„Das Tier ist unvoreingenommen und ermöglicht den Zugang zum Patienten auf einer ganz anderen Ebene als im alleinigen therapeutischen Gespräch“, erklärt die Palliativmedizinerin Reulen. Während die Helfer den Fokus häufig auf die belastenden Aspekte wie Leid, Angst, Trauer richten würden, fordere die Interaktion mit dem Tier das im Menschen heraus, was heil und gesund ist. Überdies tue Streicheln und Zuwendung direkt der Seele gut. „Die Patienten erfahren in diesem geschützten Rahmen nochmals Wertschätzung und Selbstwirksamkeit“, weiß auch Carmen Lüger zu berichten. Die erfahrene Tier-Therapeutin arbeitet mit einem ihrer anderen Hunde bereits jahrelang in psychiatrischen Kliniken und in der Trauerbegleitung. Gerade Patienten, die selbst einen Hund haben oder hatten, würden profitieren und könnten sich gut öffnen.

Timmy, der seit mehr als zwei Jahren als Therapiehund im Einsatz ist, macht die Arbeit mit den Patienten sichtlich Freude. So lässt er sich bereitwillig auf den Schoß nehmen und genießt es ordentlich gekrault zu werden. „Grundsätzlich ist er aber ein eher ruhiger Hund, der erstmal zurückhaltend ist. So kann sich die Begegnung mit dem Patienten je nach dessen Verfassung langsam entwickeln“, beschreibt Lüger ihren vierbeinigen Kollegen.

Der kleine Chihuahua-Spitz-Mix und seine Hundeführerin betreten die Palliativstation stets auf ungewöhnlichem Weg, nämlich direkt über eine Feuerleiter. Vorher hat Reulen erkundet, welche Patienten einen Besuch wünschen bzw. von dem Tierkontakt besonders profitieren könnten. Patienten mit resistenten Keimen oder offenen Wunden und natürlich solche mit Angst vor Hunden oder Allergien darf Timmy leider nicht besuchen. Wie viele Patienten er an einem Besuchstag beglückt, hängt immer ein bisschen von der Intensität der einzelnen Begegnungen ab. Nach spätestens zwei Stunden ist auch der vierjährige Rüde erschöpft. Dann macht er sich auf Frauchens Arm wieder über die Feuerleiter auf den Heimweg. Finanziell ermöglicht werden seine Besuche durch den Förderverein des Krankenhauses.

Unser Neubau ist nun schon seit Mitte Februar in Betrieb. In großzügigen Räumen sind hier unsere neue Wahlleistungsstation und unsere Röntgenabteilung sowie alte und neue Kooperationspartner eingezogen. Bis Ende des Jahres soll die Küche mit komplett neuer Ausstattung in das Untergeschoss umziehen und das Außengelände fertiggestellt sein. Auch wenn hier und da noch gearbeitet wird, möchten wir Ihnen den Neubau nun endlich gern vorstellen. Da dies Corona bedingt zur Zeit leider nicht in live möglich ist, haben wir kurzerhand einen Blick mit der Kamera in alle Bereiche geworfen und laden Sie zu einem virtuellen Rundgang ein.

Die Städtischen Kliniken Mönchengladbach und das Städtische Krankenhaus Nettetal wollen medizinisch und pflegerisch enger zusammenarbeiten und planen perspektivisch eine Kooperation. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde nun von den Trägergremien beschlossen und unterzeichnet. Die Kooperationspartner erwarten eine erhöhte Qualität in der Patientenversorgung durch zusätzliche Synergieeffekte und neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden.

Die klinik- und fächerübergreifende Zusammenarbeit wird sowohl im Nettetaler Krankenhaus als auch in den Städtischen Kliniken Mönchengladbach großgeschrieben und endet nicht an der jeweiligen Klinikgrenze. In den vergangenen Monaten haben die Geschäftsführungen und Aufsichtsräte sondiert, in welchen Bereichen ein regelmäßiger Wissens- und Erfahrungsaustausch den Patienten besonders zugutekommen würde. „Dabei haben wir von Beginn an Vertreter aus der Ärzteschaft und unsere Pflegedirektoren eng einbezogen“, erklärt Jörg Schneider, Geschäftsführer des Nettetaler Hauses. Als sinnvolle Kooperationsfelder wurden die Bereiche Pflege, Unfallchirurgie und Orthopädie, Kardiologie, Gefäßchirurgie, Radiologie, Geriatrie und Palliativmedizin sowie die Schmerztherapie identifiziert. Zudem wird beabsichtig, langfristig ein telemedizinisches Netzwerk aufzubauen.

Im Fokus der zukünftigen Partner steht vor allem der Wissenstransfer durch gemeinsame Aus-, Fort- und Weiterbildungen sowie Hospitationen und Rotationen des medizinischen und pflegerischen Personals. Nach und nach sollen einzelne ausgewählte Bereiche konkret ausgestaltet werden. Da das „Eli“ Akademisches Lehrkrankenhaus der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ist, verspricht man sich zudem, dass medizinische Innovationen aus den Forschungsbereichen der Uniklinik ihren Weg auch in die beiden Häuser und somit in die Region finden.

Auch im administrativen Sektor, wie beispielsweise IT, Controlling, Einkauf oder Personalmanagement möchten sich die beiden Häuser enger austauschen. Wachsende Anforderungen im Bereich der IT-Sicherheit und der Digitalisierung sind komplexe Herausforderungen für Krankenhäuser, die sich gemeinsam leichter meistern lassen.

„Allen Beteiligten ist es wichtig, dass diese Kooperationsidee kein Papiertiger bleibt, wir wollen sie gemeinsam mit Leben füllen“, sagt Thorsten Celary, Geschäftsführer des „Eli“. Obwohl die Mönchengladbacher Klinik mit 559 Betten mehr als dreimal so groß ist wie das Nettetaler Haus, begegne man sich auf jeden Fall auf Augenhöhe, jede Partei werde ihre Stärken einbringen. Schon jetzt gibt es im Bereich der Pflege einen fundierten Austausch zwischen den Häusern. Gemeinsam ist beiden auch der Leitbildgedanke, dass bestmögliche Krankenversorgung nur in Kombination mit zwischenmenschlicher Zuwendung funktioniert. „Unsere Häuser ticken sehr ähnlich, die Chemie zwischen uns stimmt einfach“, sind sich Schneider und Celary einig.

Laut Deutscher Alzheimer Gesellschaft leben in Deutschland derzeit rund 1,6 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Neuere Studien deuten darauf hin, dass sich die Krankenzahl bis zum Jahr 2050 auf 2,4 bis 2,8 Millionen erhöhen könnte. Auch im Nettetaler Krankenhaus beobachten wir seit einigen Jahren, dass der Anteil der Patienten mit der Nebendiagnose „Demenz“ spürbar steigt.

Eine angemessene Versorgung dieser Patientengruppe muss sich an deren speziellen Bedürfnissen orientieren. Das ist einerseits zeitintensiv, erfordert vor allem aber auch besondere Kenntnisse und Kompetenzen des Pflegepersonals. Im Nettetaler Krankenhaus hat sich eine Gruppe engagierter Pflegekräfte daher zur Aufgabe gemacht, Strukturen und Abläufe zu schaffen, mit denen die Behandlungs- und Versorgungsqualität von demenz­erkrankten Patienten verbessert werden kann. Unter der Federführung von Edelgard Houben und mit dem Rückhalt der Klinikleitung bildeten sie im Juni 2020 die Arbeitsgruppe „Menschen mit Demenz – Wir machen uns auf den Weg“. Bei ihren zweiwöchigen Treffen arbeiten sich die elf Mitglieder gemeinsam immer differenzierter in das Thema ein und entwickeln für das Haus passende Konzepte. „Die Gruppe hat jetzt schon viele neue Impulse für unser Haus gesetzt. Das ist eine beachtliche Gemeinschaftsleistung“, lobt der stellvertretende Pflegedienstleister Stefan Russmann.

Finanziell unterstützt wird die Arbeitsgruppe vom Förderverein des Krankenhauses. So kann Houben, die bereits seit 30 Jahren Erfahrung mit kognitiv eingeschränkten, demenziell erkrankten Patienten hat, derzeit die Weiterbildung zur Demenzexpertin absolvieren. Ihr Wissen hat sie bereits in Arbeitsanweisungen formuliert, die als Grundlage für zukünftig geplante Schulung weiterer Kollegen im Haus dienen werden. Für die Kurzzeitaktivierung der Patienten wurde jüngst ein spezieller rollender Schubladenwagen angeschafft. Im Haus kurz „Demento-Mobil“ genannt. Er ist bestückt mit selbstsingenden Liederbüchern, Bildern, Spielen, Mal- und Bastelutensilien, Gegenständen für die haptische Wahrnehmung, Spieluhren und vielem mehr. Die Kosten von 2.500 Euro übernahm ebenfalls der Förderverein. „Die unterschiedlichen Materialien erleichtern uns den Zugang zu den demenzerkrankten Patienten“, erklärt Houben. Sie seien aber auch geeignet den Patienten Entspannung zu bringen, die interaktiven Fähigkeiten zu trainieren oder Erinnerungen aus der eigenen Biografie zu ermöglichen. Vielfach ließen sich die Materialien auch in Pflegehandlungen integrieren. Wichtig sei, die Patienten nicht zu überfordern. Eine Beschäftigungseinheit sollte je nach individuellem Zustand zwischen zwei und zehn dauern. Schon jetzt mache man gute Erfahrungen mit diesem Ansatz. „Wenn sich das bewährt, werden wir auf jeden Fall noch weitere Demento-Mobile anschaffen“, erklärt Russmann der auch Vorstandsmitglied des Fördervereins ist. Langfristig sollen noch viele weitere Maßnahmen dazu beitragen, das Nettetaler Krankenhaus demenzsensibel zu gestalten.